Neues vom HSV : 44 Bayern-Tore, Jann-Fiete Arp und der Neuanfang

Der letzte HSV-Sieg gegen Bayern: Mladen Petric jubelt am 26. September 2009 über sein Tor zum 1:0-Endstand.

Der letzte HSV-Sieg gegen Bayern: Mladen Petric jubelt am 26. September 2009 über sein Tor zum 1:0-Endstand.

Der HSV muss am Samstag im Abstiegskampf gegen Liga-Primus Bayern antreten. Die Bilanz spricht gegen die Hamburger.

Avatar_shz von
08. März 2018, 14:00 Uhr

Hamburg/München | In den letzten sieben Spielen gegen die Bayern ist der HSV chancenlos untergegangen. Die Münchener erzielten dabei 44 Tore gegen den taumelnden Bundesliga-Dino. Die Hamburger selbst konnten die Abwehr des Rekordmeisters nur drei Mal überwinden. Eine vernichtende Bilanz. Der letzte Sieg liegt Jahre zurück – das letzte Unentschieden ebenso. Die Hoffnung wird beim Club trotzdem nicht aufgegeben, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) erwartet das Hollerbach-Team in München eine schwere Aufgabe. Ein Vergleich:

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

„Wir haben noch neun Spiele und ich glaube immer noch daran, dass wir es schaffen können – auch wenn es einige nicht tun. Das versuche ich der Mannschaft zu vermitteln. Es ist noch nicht entschieden“, sagte Trainer Bernd Hollerbach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Bayern über die kommenden Aufgaben. Hollerbach ist in sechs Spielen als HSV-Coach noch ohne Sieg (drei Niederlagen, drei Unentschieden).

„Der FC Bayern ist die beste Mannschaft in Deutschland – vielleicht sogar in Europa. Mir ist nicht entgangen, dass es eine Übermannschaft ist. Dementsprechend ist es eine schwere Aufgabe.“

Personell muss der HSV weiter auf Albin Ekdal und Bjarne Thoelke verzichten. Beide haben Probleme mit dem Sprunggelenk. Mergim Mavraj ist weiter krank. 

Todt und Bruchhagen müssen gehen

Mit dem drohenden Premieren-Abstieg am Horizont vergeht kein Tag, an dem nicht neue Nachrichten an die Luft kommen. Am Donnerstag stellte die HSV Fußball AG Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt mit sofortiger Wirkung frei. Damit startet der neue Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Hoffmann die Neuausrichtung der HSV Fußball AG.

Chronologie: Die Vorstandschefs, Präsidenten und Sportdirektoren beim HSV

Für Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt ist die Zeit beim Hamburger SV nach nur etwas mehr als einem Jahr schon wieder vorbei. Bruchhagen war nach Dietmar Beiersdorfer der zweite Vorstandschef der 2014 gebildeten Fußball-AG des HSV. Zuvor lenkten die Präsidenten des Universalsportvereins auch die Fußball-Abteilung.

Präsidenten und Vorstandschefs des HSV in diesem Jahrtausend:

Heribert Bruchhagen 14.12.2016 bis 8.3.2018
Dietmar Beiersdorfer 1.7.2014 bis 13.12.2016
Carl-Edgar Jarchow 16.3.2011 bis 30.6.2014
Bernd Hoffmann 1.2.2003 bis 16.3.2011
Ronald Wulff 1.11.2002 bis 31.1.2003
Werner Hackmann 23.8.1999 bis 31.10.2002

Die Manager/Sportdirektoren des HSV in diesem Jahrtausend:

Jens Todt 6.1.2017 bis 8.3.2018
Dietmar Beiersdorfer* 10.5.2016 bis 31.12.2016
Peter Knäbel 1.10.2014 bis 9.5.2016
Oliver Kreuzer 11.6.2013 bis 14.7.2014
Frank Arnesen 1.7.2011 bis 22.5.2013
Bastian Reinhardt 25.5.2010 bis 30.6.2011
Bernd Hoffmann* 24.6.2009 bis 24.5.2010
Dietmar Beiersdorfer 1.9.2002 bis 23.6.2009
Holger Hieronymus 1.7.1998 bis 31.8.2002

* Die Clubvorsitzenden Hoffmann und Beiersdorfer führten die Geschäfte der Sportdirektoren übergangsweise mit.

 

Trainer Bernd Hollerbach will den Personalumbruch nicht bewerten. „Ich bin von Herrn Wettstein informiert worden, dass er der neue starke Mann im Verein ist“, sagte Hollerbach bei der turnusmäßigen Pressekonferenz. „In den letzten Wochen und Monaten war es immer unruhig.“ Beim vergangenen Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 habe seine Mannschaft aber gezeigt, dass sie sich auf Fußball konzentrieren könne. Hollerbach rät seinen Spielern, sich ausschließlich auf Fußball zu konzentrieren. „Ich sage ihnen, dass sie im Moment nicht so viel lesen sollen“, sagte der 48 Jahre alte Franke.

Horst Heldt und Jörg Schmadtke: Kein Kontakt zum HSV

Hannover-96-Manager Horst Heldt hat Gerüchte über einen Wechsel zum HSV dementiert. „Es gibt keinen Kontakt zum HSV“, sagte der frühere Fußball-Profi am Donnerstag. „Ich war heute auch nicht in Hamburg. Ich kann nichts dafür, dass ich in der Zeitung stehe.“ Heldt wurde zuletzt als möglicher Kandidat für den Posten des HSV-Sportdirektors gehandelt.

Auch der als künftiger Sportdirektor gehandelte Jörg Schmadtke hat Kontakte zum Bundesliga-Dino dementiert. „Es gibt keinen Kontakt zum HSV. Das sind Spekulationen, mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagte er am Donnerstag. Schmadtke, der im vergangenen Oktober von seinem Posten als Sportchef beim Bundesligisten 1. FC Köln zurückgetreten war, wurde bereits in den zurückliegenden Wochen häufig mit Hamburg in Verbindung gebracht. Der 53 Jahre alte frühere Torwart hatte stets alle Kontakte dementiert. Er stellte allerdings schon im Februar klar, dass er sich grundsätzlich ein neues Engagement vorstellen könne und keineswegs entkräftet sei.

Wechselgerüchte: Arp bald bei Tottenham?

Derweil nehmen die Gerüchte um mögliche Abgänge weiter Fahrt auf. Laut „Sport Bild“ zieht es das 18-jährige Sturmjuwel Jann-Fiete Arp möglicherweise auf die britische Insel zu Tottenham Hotspur. Der Premier-League-Club soll zehn Millionen Euro für Arp bieten. In der Bundesliga gelten Leverkusen und Leipzig als potenzielle neue Arbeitgeber für den gebürtigen Schleswig-Holsteiner, dessen Kontrakt 2019 ausläuft.

Andre Hahn steht offenbar auf der Wunschliste des FC Augsburg. Und auch für das HSV-Torhüterduo scheint es einen Markt zu geben: Christian Mathenia liebäugelt mit einem Wechsel nach England, an Julian Pollersbeck sind Frankfurt und Köln interessiert.

Am Mittwoch äußerten sich zahlreiche Branchengrößen zur dramatischen Lage des Traditionsvereins – unter anderem die Clubidole Uwe Seeler und Horst Hrubesch sowie Martin Kind, Präsident des Ligakonkurrenten Hannover 96. „Ein Abstieg ist keine Chance, sondern eine Katastrophe“, ließ Kind die HSV-Bosse wissen und verwies unter anderem auf die drohenden Probleme auf dem Transfermarkt: „Spieler müssten verkauft werden. Aber die interessierten Clubs wissen, dass der HSV unbedingt Geld braucht – das drückt den Preis.“

Müller wieder im Training – Einsatz ungewiss

Nicolai Müller hat gut sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss, den er sich im Anschluss an seinen 1:0-Siegtreffer über den FC Augsburg am ersten Spieltag zugezogen hatte, wieder das Balltraining beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hamburger SV aufgenommen. Am Dienstag absolvierte der Angreifer zudem einige Sprintübungen mit einem Reha-Trainer. Ob der 30-Jährige in den verbleibenden neun Saisonspielen aber noch einmal zum Einsatz kommt, ist fraglich. Am Donnerstag ist Müller bei einem Check in Köln. Wenn es grünes Licht vom Arzt gibt, soll die Intensität des Trainings gesteigert werden.

Ärger um Schalke-Tickets

Schalke 04 hat dem HSV Preistreiberei bei den Tickets vorgeworfen. Schalker Fans, die Karten für die Partie in Hamburg am 7. April erworben haben, bekamen am Dienstag von ihrem Klub die Nachricht, der HSV-Vorstand habe kurzfristig eine Erhöhung der Kartenpreise im Sitzplatzbereich beschlossen. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“. Demnach waren in der Kategorie 4 die Preise von 44 auf 53,90 Euro angehoben worden, in der Kategorie 5 von 28,60 auf 40,70 Euro. Der kurzfristige Top-Zuschlag wird dem HSV nun zum Vorwurf gemacht – und der reagiert. Der HSV habe seine Anhänger bereits im Januar über die Preise informiert.

Anders als in der Vorsaison, als der ungünstige Termin kurz vor Weihnachten den Preis drosselte, sei klar gewesen, dass die Partie wieder in die Kategorie der teuersten Spiele aufrückt. Über die Information der Schalker an die Fans sei man überrascht gewesen.

Aus Schalker Sicht handelt es sich allerdings wohl um ein bedauerliches Missverständnis. Man habe erst am Dienstag von der Preiserhöhung erfahren. Eine böswillige Absicht unterstelle man dem HSV nicht. „Den Kollegen vom HSV war bei der Auskunft im Juli wohl nicht bewusst, dass das Spiel gegen den S04 in der Vorsaison ausnahmsweise in einer anderen Kategorie eingestuft wurde. Bei uns hat man die Auskunft als verbindlich angesehen“, sagte Schalke-Mediendirektor Thomas Spiegel der „Mopo“. Wem die Karte nun zu teuer geworden ist, der darf sie zurückgeben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen