Fußballsommer : 4:0 – Gladbach siegt gegen Weiche im zweiten Testspiel

Der Gladbacher Fabian Johnson sorgte für die ersten beiden Treffer im Spiel gegen SC Weiche Flensburg 08.

Der Gladbacher Fabian Johnson sorgte für die ersten beiden Treffer im Spiel gegen SC Weiche Flensburg 08.

2053 Zuschauer kam zum Spiel des Bundesligisten gegen den Regionalligisten ins Flensburger Manfred-Werner-Stadion.

shz.de von
15. Juli 2018, 16:49 Uhr

Flensburg | Entspannte Atmosphäre beim sh:z-Fußball-Sommer in Flensburg. Aus Sicht des SC Weiche 08 passte nur das Ergebnis nicht so recht. „Das können wir besser“, sagte SC-Trainer Daniel Jurgeleit nach dem 0:4 gegen Borussia Mönchengladbach. Doch insbesondere das Auftreten der Gäste vom Niederrhein sorgte bei 2053 zahlenden Besuchern im Manfred-Werner-Stadion für Freude. Der Bundesligist präsentierte sich volksnah und ohne Starallüren. Auch Weltmeister Christoph Kramer oder Trainer Dieter Hecking schrieben fleißig Autogramme, posierten für Selfies und sorgten so für viele zufriedene Borussen-Fans.

Aus sportlicher Sicht waren die Gastgeber nicht ganz zufrieden. „Zwischendurch hatte ich schon die Sorge, dass es noch deutlich schlimmer hätte kommen können“, meinte Abwehrspieler Patrick Thomsen. Im Gegensatz zum Spiel am Mittwoch beim Holstein Kiel war in der Partie um den Nospa-Cup der Klassenunterschied zwischen Regional- und Bundesliga deutlich zu sehen. „Das Abwehrverhalten hat mir gar nicht gefallen“, monierte Jurgeleit. Viel zu einfach kamen die Gäste zu Chancen und schnell auch zu Toren.

„Dass ein Bundesligist mal einen Flugball hinter die Abwehr spielen kann, ist ja  nicht so überraschend“, erklärte der Trainer. „Aber dann muss man sich als Verteidiger eben mal vorher absetzen und nicht erst loslaufen, wenn der Ball in der Luft ist.“

Gladsbachs Linksaußen Fabian Johnson erzielte ohne große Gegenwehr nach Pässen von Wendt bzw. Kramer die ersten beiden Treffer (5., 13.), wobei Benjamin Safo-Mensah nicht den glücklichsten Eindruck hinterließ.

„Das ging alles zu einfach“

Das galt vor allem in der ersten halben Stunde aber auch für mehrere seiner Kollegen, beim 0:2 auch für Keeper Florian Kirschke. Der aus dem Nachwuchs des 1. FC Kaiserslautern verpflichtete Angreifer Torben Müsel legte nach schwerem Fehler von Hendrik Ostermann und Vorlage von Kramer nach nur 22 Minuten sogar Tor Nummer drei nach.

„Das ging alles zu einfach“, ärgerte sich Jurgeleit, zumal mehrere weitere gute Angriffe der Gäste ohne erfolgreichen Abschluss blieben. Der SC-Coach stellte um, beorderte Christian Jürgensen in die Abwehrzentrale, Hendrik Ostermann von der Sechserposition nach hinten und Jonas Walter ins defensive Mittelfeld. Fortan stimmte zumindest die Ordnung in der hintersten Reihe besser.

Allerdings blieb es dabei, dass die Borussen viel zu viel Platz hatten, um ihr Spiel aufzuziehen. Selbst in der Weicher Hälfte wurde nur halbherzig attackiert. „Ich hatte auch den Eindruck, dass einige vielleicht zu viel Respekt hatten“, meinte Thomsen.

Viele Wechsel zu Pause

Immerhin zwei Torchancen hatten auch die Flensburger vor der Pause. Nach einem Freistoß (14.) von Gökay Isitan touchierte Hendrik Ostermann den Ball noch mit dem Kopf, Gladbachs Keeper Moritz Nicolas hielt den Ball nicht fest, doch kein Weicher war zum Abstauben bereit. Herausgespielt war einzig die Kombination der beiden Ex-Lübecker. Als Isitan gut in den Lauf von Gary Noel durchsteckte, war Nicolas jedoch zur Stelle und parierte (36.).

Nach der Pause wurde auf beiden Seiten viel gewechselt. „Ich hatte auf das Spiel keine große Rücksicht genommen und wollte vor allem die Belastungen gleichmäßig verteilen“, erklärte Jurgeleit seine Veränderungen. Nicht nur, dass es das vierte Spiel binnen einer Woche war – Jurgeleit hatte auch tags zuvor noch das Team in den Kraftraum geschickt und zusätzlich eine Einheit auf dem Platz anberaumt hatte. „Ich hatte eigentlich befürchtet, dass es von der Kraft her beim einen oder anderen noch schlechter aussehen würde“, gestand der 54-Jährige. „Aber die Tore, die wir kassiert haben, hatten damit nichts zu tun.“

Das galt auch für den vierten Treffer. SC-Neuzugang Joel Keller hatte den Ball an der Mittellinie verloren. Gladbachs Jonas Hofmann schaltete blitzschnell, schickte den Brasilianer Raffael in die Tiefe, der allein vor Schlussmann Raphael Straub keine Mühe hatte, zum 0:4 (70.) zu vollenden.

Gefühle zweigespalten

Als Erfolg durften die Flensburger verbuchen, dass es in der zweiten Hälfte ansonsten nur noch ein, zwei weitere Torabschlüsse, aber keine einzige Großchance für den Bundesligisten mehr gab. Zwar blieben die Flensburger sehr abwartend, hielten aber die defensive Ordnung und fanden auch in die Zweikämpfe. Die Borussen spielten die Partie ohne allzu großen Aufwand, aber jederzeit souverän zu Ende.

Zweispältig waren die Gefühle bei den SC-Akteuren „Freuen kann man sich nach diesem Spiel nicht“, meinte der Flensburger Stürmer Tim Wulff. „Wir müssen daraus lernen. Aber ein schönes Erlebnis ist ein Spiel gegen einen Bundesligisten trotzdem.“

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