23:23 - Punktgewinn oder Punktverlust?

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22. Oktober 2012, 09:05 Uhr

Rechtzeitig vor dem Aufeinandertreffen am Mittwochabend (19.30 Uhr) im Rahmen der 3. Runde im DHB-Pokal gegen Erstligist HSG Wetzlar wollte der VfL Bad Schwartau in die Erfolgsspur zurückkehren. Doch das gelang nur bedingt. Wie schon beim Remis in Ferndorf in der Vorwoche mussten sich die Ostholsteiner auch am Samstag in der Hansehalle gegen Eintracht Hildesheim am Ende mit einem 23:23 (11:11) Unentschieden zufrieden geben.

Nachdem sich die Handball-Fans in Lübeck schon zuvor bei der erstmals stattfindenden Doppelveranstaltung beim Match des VfL-Nachwuches gegen den deutschen A-Jugendmeister Füchse Berlin auf die Zweitligapartie eingestimmt hatten, ging es richtig zur Sache - es folgte ein echter Krimi. Dabei hatten zunächst die Niedersachsen ein deutliches Plus. Hinten wurde beherzt zugepackt und vorne auch noch getroffen. So lief der VfL schnell einem 0:3-Rückstand hinterher, auch weil es vor allem Eintracht-Schlussmann Dennis Klockmann zunächst ein ums andere Mal gelang, den Hausherren den Schneid abzukaufen. Unglaubliche elf Minuten gingen so ins Land, ehe der Blau-Weiße Anhang erstmalig einen Treffer von Marcel Schliedermann (1:3) bejubeln konnte. Immerhin: Durch das späte Erfolgserlebnis schöpfte Schwartau wieder neuen Mut und kam auch Dank eines immer stärker werdenden Ariel Panzer im Tor besser ins Spiel. Der Lohn folgte prompt: Niclas Dombrowski egalisierte zum 6:6 (19.), Dennis Tretow bescherte dem VfL beim 7:6 (20.) die erste Führung. Zur Pause stand es 11:11, ein Ergebnis welches alle Optionen offen ließ.

Duplizität der Ereignisse: Auch im zweiten Abschnitt verschliefen die Gastgeber wieder die Anfangphase und genehmigten den Gästen so ein 13:16 (40.). Bedenklich, doch da gab es ja auch noch die Schwartauer Fans. Diese peitschten nun ihre Spieler regelrecht nach vorne und waren maßgeblich daran beteiligt, dass der VfL zum 17:17 (48.) ausgleichen konnte. Doch die Aufholjagd hatte den Osthol steinern mächtig Kraft und Konzentration gekostet. Hildesheim nutzte dieses geschickt (traf sogar in Unterzahl) und setzte sich wieder auf drei Treffer ab.

War es das nun? Nein. Auch der erneute Rückschlag warf Schwartau nicht aus der Bahn. Jan Schult "hämmerte" zum 22:23 (59.) in die Maschen und Juniorennationalspieler Markus Hansen glich sogar in den Schlusssekunden noch zum viel umjubelten 23:23 aus. "Ob das nun ein gewonnener oder verlorener Punkt war, vermag ich nicht zu sagen", wusste Torge Greve das Ergebnis auf der anschließenden Pressekonferenz dann aber auch nicht richtig einzuordnen. Zu sehr glich die Leistung seines Teams in den vorangegangenen sechzig Minuten einer Achterbahnfahrt. "Wir wirkten zu Beginn jeder Hälfte wie gelähmt", schien der VfL-Coach regelrecht nachdenklich zu sein und haderte zudem mit der eigenen Chancenverwertung. "Die sich bietenden Möglichkeiten haben wir einfach zu leichtfertig liegengelassen. Wir hatten genug, um den Bock noch umstoßen, haben sie aber nicht genutzt. Das ist schade."

VfL Bad Schwartau: Mahncke, Panzer - Hansen (1), Podpolinski, Wagner (1), Hinrichsen (3/3), Waschul, Schult (5), Tretow (2/1), Kretschmer, Dombrowski (4), Schliedermann (3), Quade (4).

Eintracht Hildesheim: Klockmann, Mayer - von Hermanni (1), Tzimourtos (11/2), Quist (2), Jahns, Flödl, Chantziaras (4), John, Herbold (1), Meschke (3), Behnke, Kreutzmann (1), Nartey.

SR: Fratczak/Ribeiro (Kamp-Lintfort/Diepholz).

Zuschauer: 1912.

Zeitstrafen: 3:6.

Rote Karte: Meschke (49., 3x2 Minuten), Hinrichsen (60., Unsportlichkeit).

Siebenmeter: 5/4:2/2.

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