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1860 München bittet bei Präsidenten-Suche um Mithilfe

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erstellt am 28.Mai.2013 | 12:44 Uhr

München (dpa) - Präsident verzweifelt gesucht: Fußball-Zweitligist 1860 München setzt bei der schwierigen Suche nach einem neuen Vereinschef auch auf die Mithilfe seiner Mitglieder.

In einem auf der Homepage des Clubs veröffentlichten Schreiben an alle Vereinsmitglieder informierten das Präsidium und der Wahlausschuss der «Löwen» nun nachdrücklich über die Möglichkeit, «Kandidaten vorzuschlagen» - unter anderem auch für das Amt des Präsidenten. Bis Sonntag haben die Mitglieder Gelegenheit, Vorschläge zu übermitteln.

Seit Ende April ist der Traditionsclub, der in den vergangenen Monaten mit dem Dauer-Streit zwischen Vereinsführung und Investor Hasan Ismaik einmal mehr für Negativ-Schlagzeilen sorgte, erneut auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. Der dritte Münchner Bürgermeister und Grünen-Politiker Hep Monatzeder, eigentlich als Nachfolger von Dieter Schneider vorgesehen, fiel damals bei einer Delegiertenversammlung deutlich durch - mit 66 zu 130 Stimmen.

«Die Wahl war wohl der Watschnbaum des Abends», klagte der seit nicht einmal einem Monat amtierende Monatzeder nach dem unmissverständlichen Nein und richtete einen wenig hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. «Wer dieses Schauspiel bei der Delegiertenversammlung gesehen hat, wird es sich dreimal überlegen, ob er 1860-Präsident werden will oder nicht.»

Vorerst ist es noch Monatzeder selbst: Bis zur Bestellung eines neuen Präsidiums bleibt der vom Aufsichtsrat bestellte Lokalpolitiker im Amt. Wie eigentlich auch seine beide Stellvertreter, doch Mitte Mai erklärte Vize-Präsident Christian Holzer seinen Rücktritt.

Dass Monatzeder mit seinen Befürchtungen einer schwierigen Kandidatensuche nicht ganz falsch lag, musste auch der Aufsichtsrat einsehen. Er werde «entsprechend seiner Aufgabe einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Präsidenten zur Wahl bei der Mitgliederversammlung vorschlagen», kündigte das Gremium vollmundig am 30. April an. «Dies wird innerhalb der nächsten drei Wochen erfolgen.» Denkste - seitdem sind schon wieder vier Wochen vergangen.

Nun sollen also die Mitglieder helfen. Einzige Voraussetzungen: Die Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein und seit mindestens einem Jahr die Mitgliedschaft beim Traditionsclub innehaben. Eines stellte der Verein dann aber doch noch klar in seinem Schreiben an die Mitglieder: «Bitte nicht die Unterschrift des vorgeschlagenen Kandidaten vergessen, damit sichergestellt ist, dass dieser sich auch wirklich zur Wahl stellt.»

Schreiben 1860

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