zur Navigation springen

„Football Leaks“ : 18 Millionen Dokumente enthüllen die schmutzigen Geldgeschäfte im Profifußball

vom

Der Spiegel veröffentlicht Details zu Ronaldos Steuertricks und Özils Millionennachzahlung.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2016 | 21:21 Uhr

Hamburg | Es gilt bereits jetzt als das größte Datenleck in der Geschichte des Sports: Journalisten aus ganz Europa, darunter ein Team des Nachrichtenmagazins „Spiegel“, hat nach eigenen Angaben „die schmutzigen Geldgeschäfte im europäischen Profi-Fußball“ enthüllt. Dabei seien unter anderem Steuertricksereien der Super-Stars enttarnt worden.

Demnach habe der Weltfußballer Ronaldo internationale Werbeeinnahmen in Millionenhöhe bis vor zwei Jahren über eine Briefkastenfirma in die Karibik geschleust und so gut wie keine Steuern darauf gezahlt. Dabei habe er auch von einer umstrittenen und mittlerweile ausgelaufenen Sonderregelung des spanischen Steuerrechts profitiert. Seine Berater äußerten nach Angaben des „Spiegels“ die Sorge, Behörden könnten den „sensiblen Informationen“ rund um die Steuertricksereien des Europameisters auf die Spur kommen.

Von Nationalspieler Özil soll die spanische Steuerbehörde nach der Prüfung seiner Einkommenssteuererklärungen 2016 über zwei Millionen Euro Steuernachzahlung verlangt haben. Gegen eine Strafzahlung von fast 790.000 Euro wehre sich Özil mit einem Widerspruch. Auch das gehe aus den Dokumenten hervor.

Grundlage der Recherchen ist ein riesiger Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte, der von der Enthüllungsplattform „Football Leaks“ zur Verfügung gestellt wurde. In dem Material befinden sich laut „Spiegel“ 18,6 Millionen Dokumente, darunter Originalverträge von Spielern samt geheimer Nebenabsprachen, E-Mails, Excel-Tabellen und Word-Dateien.

In den vergangenen sieben Monaten habe ein Team des Magazins gemeinsam mit rund 60 Journalisten des uinternationalen Recherchenetzwerks EIC dieses Datenleck ausgewertet. Der „Spiegel“ kündigte an, zusammen mit seinen Partnern in den kommenden Wochen weitere Details zu den Erkenntnisse zu veröffentlichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen