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Bundesliga-Kolumne : 15. Spieltag: Traum-Tore, Sanierungs-Fall, Rücken-Deckung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Fußballfest für Gladbach, schwere Zeiten für den HSV und Bremens Trainer Viktor Skripnik. Ein meinungsstarker Rückblick auf den 15. Spieltag von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2015 | 08:38 Uhr

Super-Spieltag

 

Ja, ist denn schon Weihnachten? Von wegen Herbstmeisterschaft. Die Bayern zeigen Nerven und beweisen, dass auch die Wundermannschaft von diesem Planeten kommt. Die erste Niederlage des Rekordmeisters im 15. Spiel. Drei sehenswerte Treffer von einer Mönchengladbacher Elf, die unter André Schubert noch kein Bundesliga-Spiel verloren hat. Gladbach ist schon Vierter – Ex-Trainer Lucien Favre wird es die Sprache verschlagen. Der Liga tut es gut.

Da passt es auch, dass Borussia Dortmund in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt. So kommt womöglich doch noch Spannung auf. Schon sind es nur noch fünf Punkte, die zwischen München und Dortmund liegen. Wobei fünf Punkte Vorsprung eine ganze Menge sein können.

Weg vom Fenster ist der VfL Wolfsburg. Die vielen VW-Millionen sind Luft. Wie Abgase, die durch den Auspuff das Weite suchen und in der Atmosphäre Schaden anrichten. Wie es Augsburgs Torhüter Marwin Hitz mit dem Stückchen Rasen neben dem Elfmeterpunkt im Kölner Stadion anstellte – und Kölns Anthony Modeste beim Strafstoß ausrutschen ließ. Die Liga ist um eine Episode reicher.

Erstaunlich ist die Entwicklung in Berlin. Pal Dardai hat eine Durchschnittself auf Rang vier geführt. Enttäuschend die Entwicklung dagegen in Leverkusen. Wie in Wolfsburg amortisieren sich auch bei Bayer die vielen Millionen nicht. Sportchef Rudi Völler liegt seit Jahren mit seiner Einkaufspolitik ziemlich daneben. Bleibt noch der HSV, der nach der Pleite gegen Mainz auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist. In dieser Woche wird an der Elbe wohl nicht vom internationalen Geschäft geträumt.

Millionen-Desaster

 

Mit der Veröffentlichung der Bilanz aus der Vorsaison, die ein Minus in Höhe von fast 17 Millionen Euro ausweist, begann die Woche ohnehin schlecht für den HSV. Und offenbar ist keine Besserung, was die Finanzen angeht, in Sicht. Heißt es doch aus dem Club, die Situation werde auch in den kommenden Jahren nicht viel besser. Der Hamburger SV lebt – schlicht und einfach formuliert – auch weiter über seine Verhältnisse. Jedes Unternehmen stünde mit solchen Zahlen vor dem Aus. Der Fußball aber macht weiter. Auch mit tiefroten Zahlen. Eine Qualifikation für die Europa League würde frische Millionen garantieren. Das Problem des HSV: Es müsste in den Kader investiert werden. Aber dazu fehlt das Geld. Und zum Schuldenabbau offenbar der Wille.

Ruhe an der Weser?

 

Vor der Partie in Stuttgart gab es Rückendeckung für Werder-Trainer Viktor Skripnik. Von der sportlichen Leitung, vom Vorstand, vom Aufsichtsrat. In Bremen rückt man immer dann eng zusammen, wenn es nicht so recht läuft. Nach dem Debakel gegen den HSV wurde hinter verschlossenen Türen auch Tacheles geredet. Skripnik mahnte Verstärkungen in der Winterpause an, Sportchef Thomas Eichin aber lehnte ab. Kein Geld. Auch in Bremen sind die Kassen leer. Was ein wenig verwundert. Hanseatische Kaufleute arbeiten – wie zu Zeiten von Willi Lemke – in der Regel anders. Ein Lebenszeichen gab es gestern immerhin von der Mannschaft. Der Punkt in Stuttgart hilft. Auch Trainer Skripnik.

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