Relegation zur Dritten Liga : Flensburg erkämpft sich 0:0, aber Cottbus steigt in die 3. Liga auf

Der Cottbuser Marcelo De Freitas Costa (links) setzt sich gegen den Flensburger Jonas Walter durch.

Der Cottbuser Marcelo De Freitas Costa (links) setzt sich gegen den Flensburger Jonas Walter durch.

Nach einem 0:0 im zweiten Aufstiegsspiel bleibt SC Weiche Flensburg 08 in der Regionalliga Nord. Cottbus steigt auf.

shz.de von
27. Mai 2018, 16:13 Uhr

Cottbus | Ein Traditionsverein mit Erstliga-Vergangenheit, ein rappelvolles Stadion in rot und weiß: „Den Aufstieg holen wir uns alle gemeinsam“, heizte der Arenasprecher von Energie Cottbus im Stadion der Freundschaft  den gut 20.000 Besuchern vor dem Anpfiff ein. Auf der anderen Seite die Fußballer des SC Weiche Flensburg 08, begleitet von knapp 100 Fans –  ein ungleiches Duell.

Sportlich jedoch lagen keine Welten zwischen Energie und dem SC, entstanden aus der Fusion zwischen dem ETSV Weiche und Flensburg 08 im vergangenen Jahr. Den Aufstieg in die 3. Liga müssen die Schleswig-Holsteiner dennoch den Lausitzern überlassen, denen nach dem 3:2-Erfolg am Donnerstag im Hinspiel in Kiel gestern ein 0:0 zur Rückkehr in den Profifußball reichte.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Flensburger ein – im positiven Sinne – Amateurclub sind, wurde dieser in der 71. Minute geliefert: Da kam Einwechselspieler Marcel Cornils aufs Feld, die Rückennummer 26 war mit Filzstift auf sein Trikot gemalt worden. Cornils, ansonsten Stammkraft im Oberliga-Team der Flensburger, hätte die Partie in der 83. Minute noch einmal richtig scharf machen können: Nach einem Eckball rettete Energie-Keeper Avdo Spahic stark gegen Nico Empen, den Abpraller köpfte Cornils aber über den Kasten. Ein 1:0 für die Gäste hätte die keinesfalls starken Cottbuser vielleicht noch einmal in Not gebracht.

So aber begann die Aufstiegsparty noch vor dem Abpfiff. Der Schiedsrichterassistent musste Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz und die Ergänzungsspieler von der Außenlinie fernhalten. Nach vier Minuten Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Christian Dingert ab – Energie-Fans fluteten den Platz, alles blieb friedlich.

„Dieses Spiel war Schwachsinn“, sagte Wollitz auf der anschließenden Pressekonferenz und wiederholte damit seine Ansicht, dass die Regionalliga-Meister direkt aufsteigen müssten. Viel weiter kam er nicht – seine Spieler enterten das Podium und übergossen den Coach mit Bier und Sekt.

Bei den Flensburgern überwog im ersten Moment aus nachvollziehbaren Gründen die Enttäuschung. Doch diese wich relativ schnell der Genugtuung über das Erreichte. Meister der Regionalliga Nord, Landespokalsieger und vor allem die Erkenntnis, Schleswig-Holstein würdig repräsentiert zu haben. „Ich bin einfach nur stolz auf die Jungs“, befand ein strahlender Liga-Geschäftsführer Harald Uhr, der sich auch über die zahlreichen positiven Reaktionen von Cottbuser Seite freute.

Vielleicht hätten die Gäste noch etwas offensiver agieren können, doch sie bewiesen, dass sie insgesamt auf Augenhöhe waren. 150 von 180 Spielminuten waren ausgeglichen – den Aufstieg verspielt hatte Flensburg zwischen der 15. und 45. Minute des Hinspiels, als es drei Gegentore hagelte. Das Fazit von Liga-Geschäftsführer Uhr: „Wir wollten hoch erhobenen Hauptes aus Cottbus abreisen, das ist uns gelungen.“

Mit Cottbus ebenfalls in die 3. Liga aufgestiegen sind die früheren Bundesligisten 1860 München und KFC Uerdingen. München reichte nach dem 3:2 im Hinspiel gegen den 1. FC Saarbrücken am Sonntag ein 2:2 (0:1), um sich in der Aufstiegsrunde durchzusetzen. Uerdingen führte beim von Ausschreitungen überschatteten Rückspiel gegen Waldhof Mannheim mit 2:1 (2:1), als die Partie vorzeitig abgebrochen wurde. Auch das Hinspiel hatten die Krefelder mit 1:0 für sich entschieden.

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