Hamburg : FC St. Pauli: Blindenfußballer für „Tor des Monats“ nominiert

Serdal Celebi setzt sich gegen die Spieler des MTV Stuttgarts durch.

Serdal Celebi setzt sich gegen die Spieler des MTV Stuttgarts durch.

Serdal Celeb vom FC St. Pauli nutzt die gewonnene Aufmerksamkeit, um Werbung für seinen Sport zu machen.

shz.de von
11. September 2018, 17:28 Uhr

Hamburg | Der Blindenfußballer Serdal Celebi vom FC St. Pauli freut sich über die Aufmerksamkeit, die seine Nominierung für das „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau ausgelöst hat. „Ich genieße die Situation und versuche, jede Interviewanfrage wahrzunehmen, um damit auch Werbung für den Blindenfußball zu machen“, sagte der 34-Jährige in einem Interview, das am Dienstag auf der Homepage des Clubs veröffentlicht wurde.

Celebi hatte im Finale der Blindenfußball-Bundesliga gegen den MTV Stuttgart (1:2) am 25. August den Ball an mehreren Gegnern vorbei in den linken Torwinkel gesetzt. Es ist das erste Mal, dass ein blinder Fußballer für das „Tor des Monats“ nominiert ist. Celebi: „Ich glaube schon, dass mir dadurch eine gute Werbung für den Sport gelungen ist.“ Die Abstimmung läuft noch bis Samstag.

Was ist Blindenfußball?

Beim Blindenfußball stehen vier Spieler pro Team auf dem Feld. Manche von ihnen sind komplett blind, andere haben noch etwas Sehkraft. Damit alle die gleichen Chancen haben, tragen sie Brillen oder Augenbinden, die kein Licht durchlassen. Der Trainer, der Torwart und ein Guide können sehen. Sie helfen den blinden Spielern, sich auf dem Feld zurechtzufinden.

Blindenfußballer haben verschiedene Tricks, um sich zu orientieren. „Voy, voy, voy“ rufen die Spieler beispielsweise. Das ist spanisch und heißt „Achtung, ich gehe!“. Der Ruf soll verhindern, dass Spieler zusammenstoßen. Außerdem rasselt der Ball beim Rollen, damit können die Spieler einordnen, wo er sich gerade befindet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen