zur Navigation springen

Fussball : Dortmunder Verletztenmisere: Bender im Pech

vom

Zum wiederholten Mal in den vergangenen 14 Monaten muss der BVB ohne Sven Bender auskommen. Der Nationalspieler steht als Symbol für das anhaltende Verletzungspech des Clubs.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 12:17 Uhr

Marseille | Als Sven Bender - gestützt von zwei Betreuern - beim Bundesliga-Spitzenspiel der Dortmunder gegen Leverkusen verletzt die Trainerbank der Gäste passierte, strich ihm Sami Hyypiä mitfühlend über die Wange. Wieder einmal ging es für den BVB-Profi direkt aus dem Stadion ins Krankenhaus, erneut folgte eine unerfreuliche Diagnose. Diesmal zwingt eine Innenbanddehnung am rechten Sprunggelenk und eine Einblutung in den Sehnenscheiden zu einer Pause. Dabei war sein Nasenbeinbruch noch gar nicht auskuriert. Die anhaltende Pechsträhne kommentierte Bender in der für ihn typischen Art: „Ich würde mich nur verrückt machen, wenn ich ständig darüber nachdächte“, sagte er dem „Kicker“.

Kein Profi kennt den Weg zum Dortmunder Knappschaftskrankenhaus, in dem BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun arbeitet, besser als Bender. Allein in den vergangenen 14 Monaten füllte sich seine Krankenakte stetig. Mal wurde eine Schädel- und Augenprellung, mal ein Muskelfaserriss, mal ein Akkutorenproblem, mal eine Fleischwunde auf dem Spann und gleich zweimal ein Nasenbeinbruch diagnostiziert. Seine Spielweise will der Mittelfeldspieler trotz der vielen gesundheitlichen Rückschläge nicht umstellen: „Dass ich mich ab und zu verletze, wird mich nicht daran hindern, weiter in die Zweikämpfe zu rauschen.“ 

So viel Leidensfähigkeit nötigt seinen Mitspielern Respekt ab. Der von Trainer Jürgen Klopp als „Mentalitätsmonster“ geadelte Bender genießt innerhalb des Teams höchste Wertschätzung. „Er ist ein außergewöhnlicher Mensch. Solche Spieler hat man gern an seiner Seite“, schwärmte Mitstreiter Nuri Sahin. Sportdirektor Michael Zorc verglich Bender im Scherz mit Actionstar Chuck Norris. Auftritte wie der in der Champions League Ende November gegen den SCC Neapel, als Bender gleich mehrfach sein blutverschmiertes Trikot wechseln musste, aber unbeirrt weiterkämpfte, brachten ihm den Ruf des Haudegens ein.

Der Nationalspieler taugt als Symbol für die Verletztenmisere beim BVB. Nach Mats Hummels, Neven Subotic, Marcel Schmelzer und Ilkay Gündogan ist der Defensivspezialist die bereits fünfte Stammkraft, auf die Trainer Klopp derzeit verzichten muss. Darüber hinaus ist Innenverteidiger Sokratis nach seiner Gelb-Roten Karte beim 0:1 gegen Leverkusen für die Partie am Samstag in Hoffenheim gesperrt. Das kurze Statement von Sportdirektor Zorc gab die Stimmung beim Revierclub wieder: „Das ist sehr ernüchternd.“ 

Inständig sehnen alle Beteiligten ein Ende der Pechsträhne und den Idealzustand mit allen Leistungsträgern in der Startelf herbei. Torhüter Roman Weidenfeller sprach aus, was alle dachten: „Wir müssen uns jetzt in die Winterpause retten, Kraft schöpfen und können dann in der Rückrunde wieder angreifen.“ 

Ziel ist die Rückkehr zumindest auf den zweiten Tabellenplatz, den derzeit Leverkusen mit sechs Punkten Vorsprung auf die Borussia innehat. Mut macht die fortschreitende Genesung von Schmelzer, Hummels und Gündogan. Läuft alles nach Plan könnten alle drei Profis - genau wie Bender - mit Beginn der Rückrunde wieder ins Geschehen eingreifen. Auf den Kreuzband-Patienten Subotic muss der BVB jedoch bis zum Saisonende verzichten.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen