Noch eine Woche bis zum Start : Der Countdown läuft: Die Vorfreude auf die WM steigt

Russland ist bereit für die WM. Auch auf dem Roten Platz im Zentrum Moskaus ist die Weltmeisterschaft allgegenwärtig.
Russland ist bereit für die WM. Auch auf dem Roten Platz im Zentrum Moskaus ist die Weltmeisterschaft allgegenwärtig.

In sieben Tage beginnt die Weltmeisterschaft in Russland. Das lange Warten der Fans hat dann endlich ein Ende.

shz.de von
07. Juni 2018, 13:35 Uhr

Moskau/Hamburg | In genau einer Woche rollt endlich der Ball bei der 21. Fifa Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Im Moskauer Luschniki-Stadion wird am kommenden Donnerstag, 14. Juni, um 17 Uhr (18 Uhr Ortszeit) das Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber und Saudi-Arabien angepfiffen. Für Fußball-Fans weltweit hat das lange Warten dann ein Ende.

„Eine Woche vor Anstoß können wir, denke ich, sagen, dass, Russland zu hundert Prozent bereit ist. Die ganze Welt wird erleben, wie gastfreundlich dieses Land ist und wie die Organisation funktionieren wird“, sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino in einem Interview, das der Weltfußballverband veröffentlichte.

Keine langweiligen Testspiele mehr, keine täglichen Pressekonferenzen aus dem Trainingslager mehr, keine Spekulationen, welche Spieler denn nun im Kader stehen werden – ab Donnerstag heißt es dann für einen Monat lang wieder: "Entscheidend ist auf'm Platz."

Luschniki – das Ziel der Träume

32 Mannschaften, acht Gruppen und insgesamt 64 Spiele – dann steht der neue (oder alte) Weltmeister fest. Genauso wie das Eröffnungsspiel steigt auch das Finale im 80.000 Zuschauer fassenden Luschniki-Stadion in Moskau. Die deutschen Fans können langsam aber sich wieder ihre Trikots und Fahnen herausholen und dem Team von Jogi Löw vor dem Fernseher oder beim Public Viewing die Daumen drücken. Auch das Wetter zeigt sich in Deutschland schon vor dem Turnierstart in WM-Form. Die deutschen Fans sollten diese WM noch einmal in vollen Zügen an der frischen Luft genießen, denn in vier Jahren findet die WM 2022 bekanntlich im Winter in Katar statt. Dann gibt es auf den Fanmeilen eher Glühwein als Caipirinha.

Mit diesen 23 Spielern will Bundestrainer Joachim Löw den Weltmeister-Titel in Russland verteidigen.
picture alliance / Christian Charisius/dpa
Mit diesen 23 Spielern will Bundestrainer Joachim Löw den Weltmeister-Titel in Russland verteidigen.


Weltmeisterschaft der Superlative

Die Weltmeisterschaft in Russland wird in vielerlei Hinsicht ein Turnier der Superlative. Mit Kosten von mehr als 10 Milliarden Euro wird es die bislang teuerste WM. Die Spiele werden in elf verschiedenen Stadien ausgetragen. Alle Austragungsorte liegen, bis auf Jekaterinburg, im europäischen Teil Russlands. Acht der Stadien wurden extra zur WM neu gebaut und haben insgesamt zirka 3,82 Milliarden Dollar gekostet.

Zum ersten Mal findet eine Weltmeisterschaft in vier unterschiedlichen Zeitzonen statt. Im größten Land der Erde werden die Teams einige Reisekilometer hinter sich bringen müssen. Zwischen dem westlichstem Spielort, Kaliningrad und dem östlichsten, Jekaterinburg, liegen ganze 2482 Kilometer. Die deutsche Mannschaft muss alleine für die Anreisen zu ihren Gruppenspielen (Moskau, Sotschi, Kasan) 2559 Kilometer von ihrem Quartier aus zurücklegen. Neben den sportlichen Superlativen ist die WM auch eine der politisch umstrittensten, weil Russland von der Ukraine bis Syrien in viele Konflikte verwickelt ist.

Spannung garantiert – Favoriten auf Augenhöhe

Auch wenn bei der deutschen Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Österreich sicherlich noch nicht alles läuft, wie erwartend, geht die DFB-Elf als Titelverteidiger und erneuter Mitfavorit ins Rennen. Es wird eine schwere Aufgabe den WM-Titel in Russland zu verteidigen. Erst zwei Teams schafften es zweimal in Folge Weltmeister zu werden: Italien (1934 und 1938) und Brasilien (1958 und 1962). Die Jagd nach dem fünftem Stern auf dem deutschen Trikot wird keine leichte. Zudem ist die Konkurrenz um einiges stärker geworden als vor vier Jahren. Zu den Topfavoriten neben der deutschen Mannschaft zählen sicherlich Brasilien, Spanien und auch Frankreich.

Freuen dürfen sich die Fans auf zwei Neulinge. Island und Panama waren noch nie bei einer Weltmeisterschaft dabei. Besonders der Schlachtruf der isländischen Fans wird die Stimmung in den Stadien auf ein neues Level heben. Etwas Sorgen muss man sich um das russische Team machen. Die Leistungen der „Sbornaja“ waren zuletzt alles andere als gut. Es wäre ein Desaster für den Gastgeber, sollte die Mannschaft schon in der Vorrunde scheitern. Die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ witzelte im Vorfeld: „Portugal hofft auf Ronaldo, Frankreich auf Pogba und Brasilien auf Neymar. Nur wir hoffen auf ein Wunder.“


Video-Assist: Fluch oder Segen?

Eine Neuerung, die für sehr viel Furore – im positiven, wie im negativen Sinne – sorgen könnte, ist der Video-Assistent. Zum ersten Mal wird die Fifa bei einer WM auf diesen zurückgreifen. Für jedes der 64 WM-Spiele ist ein VAR-Team bestehend aus dem Chef und drei Assistenten im Einsatz. Außerdem dürfen die Trainer während des Spiels Kontakt mit ihren Co-Trainer auf der Tribüne aufnehmen. Eine weitere Neuheit: Sollte es zu einer Verlängerung kommen, dürfen die Mannschaften eine vierte Auswechslung durchführen.

Eine Woche noch, dann rollt der Ball. Bevor der Anstoß im Luschniki-Stadion pünktlich um 17 Uhr ertönt, wird es noch die obligatorische Eröffnungsfeier geben, bei der Nicky Jam feat. Will Smith & Era Istrefi den offiziellen WM-Song "Live It Up" präsentieren. Danach geht es dann aber wirklich los. Endlich.

(mit dpa-Material)

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