Neues vom HSV : „Dann hat Hoffmann sich gedreht“ – Kühne kritisiert HSV-Chef

Klaus-Michael
Der Logistik-Milliardär und HSV-Investor Klaus-Michael Kühne. /Archiv

Vorstandschef Hoffmann besitzt für Klaus-Michael Kühne „keinen Weitblick“. Der reagiert gelassen auf den 81-Jährigen.

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29. Juni 2018, 12:09 Uhr

Hamburg | Mäzen Klaus-Michael Kühne hat das vorläufige Ende seines Engagements als Millionen-Investor beim Hamburger SV bekräftigt und zugleich Bernd Hoffmann attackiert. Zunächst sei er in Gesprächen mit dem Vorstandsvorsitzenden „auf einem sehr guten Wege“ gewesen.

„Dann hat Hoffmann sich gedreht – offensichtlich sind Geben und Nehmen für ihn Fremdwörter“, sagte der 81 Jahre alte Logistik-Unternehmer in einem Sport1-Interview. Der Milliardär hatte unlängst angekündigt, dass er den hanseatischen Fußball-Zweitligisten künftig nicht mehr finanziell unterstützen wird. Sein Wunsch, seine Anteile langfristig aufstocken zu können, werde nicht respektiert, hatte Kühne als Grund genannt.

„Ich habe den HSV jahrelang ohne echte Gegenleistung unterstützt, zuletzt aber Wert darauf gelegt, dass ich zumindest Aktien von der HSV Fußball AG erhalte. Das hat im vergangenen Jahr gut funktioniert“, sagte der Investor in dem Sport1-Interview. „In diesem Jahr wollte man mir nur insoweit Aktien zuteilen, als alle Drittgesellschafter zusammen unterhalb 25 Prozent aller Aktien geblieben wären. Das hielt ich für kurzsichtig und für nicht professionell.“

Nur „mit maßgeblichen Beträgen“ könne eine starke Mannschaft geformt werden – gerade für die 2. Bundesliga. „Dass man diesen Weitblick nicht besitzt“, kritisierte Kühne, „war für mich in der Tat ein große Enttäuschung.“ Die sportliche Entwicklung des HSV – künftig ohne seine Millionen – könne er „sehr schwer einschätzen“, meinte Kühne.

„Ich halte sowohl einen Aufschwung wie auch einen Verbleib in der Mittelmäßigkeit für möglich, wünsche mir aber natürlich das Erstere.“

Reaktion von Bernd Hoffmann sachlich und gelassen

Bei NDR 90,3 berichtete Hoffmann von einen Treffen mit Kühne kürzlich auf Mallorca und versicherte: „Wir sprechen immer miteinander und der Gesprächsfaden wird auch nicht abreißen, schließlich sind wir gesellschaftsrechtlich sehr intensiv miteinander verbandelt.“

Ob der HSV in der Lage sei, künftig auch ohne Kühne klarzukommen? „Ja! Eindeutiges Ja! Wir orientieren uns in dieser Phase der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison auch an dem Szenario, bei der Finanzierung komplett ohne externe Hilfe oder Investoren auszukommen. Wir wollen mittelfristig wieder auf eigenen Beinen stehen und es erreichen, dass sich Einnahmen und Ausgaben wieder decken.“

Wechsel von Alen Halilovic zu AC Mailand

Auch bei der Kaderplanung in der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison geht es voran. HSV-Mittelfeldspieler Alen Halilovic soll bereits am Mittwoch und Donnerstag zu Medizin- und Leistungstests in Italien beim Traditionsclub AC Mailand gewesen sein. Der Kroate soll bei AC Mailand einen Dreijahresvertrag bekommen – trotz des Vertrags beim HSV bis 2020. Die Hamburger Morgenpost berichtet, der HSV verzichte auf die auf vier bis fünf Millionen Euro geschätzte Ablösesumme für den 22-Jährigen und verschenke Halilovic an Italien. Bei einem Weiterverkauf von Halilovic wird der Hamburger SV aber mitbeteiligt. Was das für die von Klaus-Michael Kühne geforderten Rückzahlungen bei vorzeitigen Transfers bedeutet, wird sich zeigen.

Mehrere Wochen Pause für Arianit Ferati

Nach einer Sprunggelenksverletzung nach einem Zweikampf im Training am Mittwoch muss Mittelfeldspieler Arianit Ferati für mehrere Wochen die Füße hochlegen.

Erstes Testspiel am Freitag beim sh:z-Sportsommer 2018

Sein erstes Testspiel trägt der HSV am heutigen Freitag, im Rahmen des sh:z-Sportsommers 2018, um 18.30 Uhr aus. Gute Nachricht für alle Fans, die nicht vor Ort sein können: Das Testspiel des Zweitligisten beim Landesligisten Büdelsdorfer TSV wird über die volle Länge im Livestream auf shz.de/live gezeigt. Die Partie wird aus dem Büdelsdorfer Eiderstadion übertragen. Als Kommentatoren fungieren Jürgen Muhl und Ulrich Schröder.

Ab 12 Uhr: Training im Volksparksstadion und Zweitliga-Spielplan

Bevor es zum Testspiel nach Büdelsdorf geht, hat Trainer Christian Titz für die Profis vom HSV noch ein Training am Mittag um 12 Uhr im Volksparksstadion angesetzt.

Ebenfalls um 12 Uhr wird die Deutsche Fußball Liga den Spielplan für die kommende Saison der zweiten Liga bekanntgeben – auf shz.de lesen Sie dann unter anderem auch wann der HSV gegen den FC St. Pauli antritt.

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