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«Atemberaubendes Gefühl» : CHIO: Debütant Tebbel führt Springreiter zum Nationenpreis

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Das Team der deutschen Springreiter zeigt in Aachen mit einem CHIO-Neuling eine starke Vorstellung. Mit drei Reitern ohne Fehler holen sich die Deutschen den Nationenpreis.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Maurice Tebbel rang nach Worten. «Das ist ein atemberaubendes Gefühl», sagte der Springreiter, während er die zahlreichen Gratulationen entgegennahm. Dem 23 Jahre alten Springreiter gelang als Neuling der Sieg mit dem deutschen Team beim CHIO in Aachen. «Ich kann es kaum erklären.»

Der Sohn des dreimaligen deutschen Meisters Rene Tebbel behielt bei seinem Debüt im deutschen CHIO-Team die Nerven und zeigte eine fehlerfreie Leistung mit Chacco's Son. «Das waren zwei tolle Runden», schwärmte der Neuling aus Emsbüren. Und er lobte seinen zehn Jahre alten Hengst: «Er kämpft immer für mich mit.»

«Wir sind total happy», kommentierte Bundestrainer Otto Becker, dessen Team wie im Vorjahr in Aachen gewann. «Das ist ein großartiges Gefühl», sagte der Coach und lobte vor allem seinen Neuling: «Speziell Maurice war unglaublich.»

«Vor so vielen Leute in diesem riesigen Stadion hier, und dann zweimal null, damit hätte ich vorher nicht gerechnet», schwärmte der junge Reiter selbst: «Das ist Wahnsinn.» Den Sieg perfekt machte Philipp Weishaupt als letzter deutscher Starter. Auf Platz zwei kamen die Teams der USA und der Schweiz.

Schon bei seinem ersten Ritt im deutschen CHIO-Team behielt Tebbel junior die Nerven und zeigte eine sehr starke Leistung mit Chacco’s Son. Nach der fehlerfreien Auftaktrunde ritt er aber auch im zweiten Umlauf mit dem Hengst vor 40 000 Zuschauern souverän über die Hindernisse.

Nervöser als der junge Reiter selber war der Vater. «Da geht einem die Pumpe», gab Rene Tebbel zu. «Jünger wird man dabei nicht», stöhnte der 48 Jahre alte Vater, dreifacher deutscher Meister und inzwischen für die Ukraine am Start. «Wenn ich selber reite bin ich nicht so aufgeregt.»

«Der ist arsch-cool geritten», lobte Marcus Ehning. «Er hat das super gemacht.» Ehning selber zeigte zweimal einen vielversprechenden Auftakt. Der 43-Jährige aus Borken war mit Pret A Tout erster Reiter des Gastgeber-Teams, begann mit einer fehlerfreien Runde, und auch im zweiten Umlauf blieb der dreimalige Weltcupsieger ohne Strafpunkt. «Ich bin super-happy», kommentierte Ehning: «Als erster Reiter ist man immer ein bisschen im Ungewissen.»

Makellos begann auch Philipp Weishaupt. An seinem Geburtstag startete der 32-Jährige aus Riesenbeck mit Convall fehlerfrei. Im zweiten Umlauf ritt der Sieger des letztjährigen Großen Preises von Aachen mit dem zehnjährigen Hengst erneut fehlerfrei und machte den Sieg perfekt.

Kein überzeugender Auftritt gelang Marco Kutscher. Der 42-Jährige aus Bad Essen kassierte mit Clenur dem elfjährigen Wallach im ersten Umlauf zwölf Strafpunkte, nachdem sein elfjähriger Wallach am Wassergraben verweigert hatte. «Er ist schon mehrfach Wasser gesprungen, das war nie das Problem», kommentierte Kutscher: «Aber er hat zugemacht.» Erst im zweiten Anlauf sprang Clenur über das Wasser: «Wenn man dem etwas Positives abgewinnen will, dann war es, dass es noch geklappt hat.» Auch in der zweiten Runde blieb Kutscher nicht fehlerfrei.

Tebbel ritt erst das dritte Mal in der deutschen Nationalmannschaft und gab seine Premiere im größten Reitstadion der Welt vor 40 000 Zuschauern. Er darf sich nun Hoffnungen machen, auch zum deutschen Team bei der EM im August in Göteborg zu gehören. Tebbel gilt nach dem CHIO-Auftritt als gesetzt.

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