Nach Sané-Ausbootung : Berti Vogts kritisiert Löw: „Unheimliche Unruhe reingekommen“

Die Diskussion um Streichkandidaten sei eine große Gefahr, sagt Berti Vogts (rechts).
Die Diskussion um Streichkandidaten sei eine große Gefahr, sagt Berti Vogts (rechts).

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts hat Joachim Löw für die Nominierung des vorläufigen WM-Kaders kritisiert.

shz.de von
08. Juni 2018, 08:42 Uhr

Eppan | Joachim Löw nominiert vor einem Großereignis wie der Weltmeisterschaft einen Kader, in dem mehr Spieler sind, als er anschließend mitnehmen darf. So hatte er auch in diesem Jahr im Trainingslager die Qual der Wahl und musste schließlich vier Spieler aus dem vorläufigen Kader streichen. Für Bernd Leno, Jonathan Tah, Nils Petersen und Leroy Sané hatte es nicht gereicht.

„Warum handhabt er das so? Wenn einer verletzungsbedingt ausfällt, kann man immer noch einen Sané nachträglich nominieren. Das ist deutlich angenehmer, als vier Spieler nach Hause zu schicken“, schrieb Vogts in seiner am Freitag veröffentlichten Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.de.

Diskussionen hätten verhindert werden können

Er habe das als Trainer früher so gemacht, „und es war viel einfacher“, sagte der 71-Jährige. Die tagelangen Diskussionen um die Streichung von Leroy Sané hätte man so verhindern können.

Der Profi von Manchester City war am Montag von Bundestrainer Löw ebenso wie Bernd Leno, Nils Petersen und Jonathan Tah nicht für das 23-köpfige WM-Aufgebot nominiert worden. „Man kennt ja die Problematik: Die Spieler sehen das gar nicht ein, wenn sie gehen müssen. Erst recht, wenn sie Spieler von Manchester City sind“, sagte Vogts. „Es ist eine unheimliche Unruhe reingekommen, seit über die Streichkandidaten diskutiert wird. Und das ist eine große Gefahr.“

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