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Ancelotti versteht Pfiffe : Bayern verlieren auch gegen Neapel - Atletico Cup-Sieger

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Die Bayern werden beim Heimturnier Letzter. Das 0:2 gegen Neapel mit einem Nachwuchsteam ist dabei noch am leichtesten zu verkraften. Vorm Supercup steigt die Nervosität der Bosse - zumal Verletzungspech wie bei James hinzukommt. Atlético Madrid gewinnt den Audi Cup.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 23:01 Uhr

Die Einstimmung auf die Supercup-Kraftprobe gegen Borussia Dortmund ist dem FC Bayern gründlich misslungen.

Mit einem total umgekrempelten Nachwuchsteam um die Neuzugänge Sebastian Rudy und Niklas Süle unterlag der Fußball-Rekordmeister auch noch im Spiel um Platz drei gegen den SSC Neapel mit 0:2 (0:1) und belegte beim Heimturnier um den Audi Cup torlos den letzten Platz.

Jürgen Klopp konnte die Münchner Arena am Mittwochabend zufrieden, aber nicht als strahlender Sieger verlassen. In einem guten Finale unterlag sein FC Liverpool im Elfmeterschießen Atlético Madrid mit 4:5. Nach 90 intensiven Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Einen Tag nach dem heftigen 0:3 gegen Klopps Liverpooler zeigte sich das vom jungen Joshua Kimmich als Kapitän angeführte Münchner B-Team vor 66 000 Zuschauern immerhin engagiert. Für Neapel trafen Kalidou Koulibaly (14. Minute) und Emanuele Giaccerini (55.). «Manchmal ist es gut, einen vor den Bug zu kriegen», resümierte Weltmeister Mats Hummels, der an einen noch rechtzeitigen Weckruf glaubt.

Nach dem Abpfiff gab es ein Pfeifkonzert für die Bayern. «Ich habe Verständnis dafür, weil wir viele Spiele verloren haben», sagte Trainer Carlo Ancelotti. «Das war eindeutig zu wenig», bemängelte Kimmich. «Wir wissen, was wir jetzt noch tun müssen», versicherte der neue Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach seinem bitteren Einstand.

Ancelotti schonte mit Blick auf den Supercup am Samstag in Dortmund gegen Neapel praktisch alle Topspieler, die sich beim Testspiel-Flop gegen Jürgen Klopps FC Liverpool tags zuvor in einer beunruhigenden Verfassung präsentiert hatten. Die große Rotation war darum logisch. «Der Supercup wird von uns und dem Trainer sehr wichtig genommen», kündigte Karl-Heinz Rummenigge an. Der Bayern-Chef sprach Klartext. «Wir müssen schnell die Kurve kriegen, keine Frage.»

Fünf von sechs Härtetests gegen internationale Gegner wurden in kurzer Abfolge verloren. Und parallel nehmen die Personalsorgen zu. James Rodríguez fällt mit einer Muskelverletzung im hinteren rechten Oberschenkel für längere Zeit aus. Der Leihspieler von Real Madrid verpasst den Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen. Thiago erlitt gegen Liverpool eine Bauchmuskelverletzung und fehlt zumindest im Supercup-Finale. Rätsel geben zudem Jérôme Boateng und Arjen Robben auf, die beim Turnier komplett pausierten. «Sie sind noch nicht in Topverfassung», begründete Ancelotti das Fehlen des Duos.

Die Bayern-Bosse sind unruhig. «Es sind noch zweieinhalb Wochen bis zum Saisonstart, aber die sind auch schnell vorbei», sagte Rummenigge. Der Trainer dagegen beschwichtigt. Die Vorbereitung war für Ancelotti bislang inklusive der Asienreise höchst problematisch. «Unser Ziel ist es, am 18. August in bester Verfassung zu sein.»

Thomas Müller vermisst Geschlossenheit. «Wir haben es nicht geschafft, als Einheit aufzutreten», urteilte er nach den 90 Minuten gegen Liverpool. Es mangelt körperlich, spielerisch, mannschaftlich. «Es geht auf und nieder. Aber das Ziel des FC Bayern ist, dass es nicht auf und nieder geht, sondern eine konstante Erfolgsserie gibt», sagte Müller. Klar, noch ist alles Vorgeplänkel. «Es ist nichts Schlimmes passiert, aber wir sind gewarnt», sagte der Weltmeister.

Die Führungskräfte Philipp Lahm und Xabi Alonso fehlen, es klaffen Lücken im Gefüge. Müllers Ausblick auf den nationalen Fußball-Gipfel um den Supercup auswärts in Dortmund fiel jedenfalls eindeutig aus: «Wir haben am Samstag ein Spiel, wo es das erste Mal richtig ums Ergebnis geht.» Und um den ersten kleinen Titel der neuen Saison.

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