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Olympische Spiele : Bach: Sotschi ist ein „Meilenstein“

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87 teilnehmende Nationen und TV-Übertragungen in mehr als 200 Ländern bedeuteten einen Rekord. Chef de Mission Vesper hofft auf „eine Sensation“ bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Sotschi | IOC-Präsident Thomas Bach hat in der Manier eines Fechters die Kritik an den Olympischen Winterspielen in Sotschi pariert und sich zugleich als Reformer präsentiert. „Die Olympischen Spiele sind ein Meilenstein für die Einwicklung von Wintersport“, erklärte der Mannschafts-Olympiasieger im Florett am Montag bei seinem ersten Auftritt vor der Weltpresse. „In Sotschi ist die Bühne für die besten Wintersportler der Welt bereitet.“ Die 153 deutschen Athleten wollen dabei zu den Hauptdarstellern gehören und auf Platz eins der Medaillenwertung zurückkehren. „Das wäre eine Sensation“, sagte Chef de Mission Michael Vesper. Höhere Prämien sind eine Zusatzmotivation.

Bei der 126. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) von Dienstag bis Freitag will Bach den Wandel forcieren, um die Dachorganisation des Weltsports zukunftsfähig zu machen. „Ich hoffe, es wird lebhaft. Wir haben mit so einer Zukunftsdebatte keine Erfahrung“, sagte er.

Bis Ende des Jahres möchte der 60-Jährige das Strategiepapier für die Neuausrichtung der olympischen Bewegung fertig haben. Einen diplomatischen Erfolg verbuchte Bach bereits. Auf seine Einladung hin hält UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erstmals auf einer IOC-Session eine Rede und soll dem Vernehmen nach auch bei der Eröffnungsfeier am Freitag dabei sein.

Bach verteidigte die hohe Investition von 37,5 Milliarden Euro für die Sotschi-Spiele und versuchte die Multi-Milliarden-Ausgaben Russlands zu relativieren. „Die Ausgaben für die Organisation der Winterspiele sind im normalen Rahmen“, betonte er. Die Vergabe der Reißbrett-Spiele begründete der IOC-Chef mit dem Neuaufbau eines neuen Wintersportzentrums in Russland nach der Auflösung der Sowjetunion.

Die modernen Wettkampfstätten will das deutsche Team nutzen, um wieder in der Winter-Weltspitze mitzumischen. Chef de Mission Vesper hält die Rückkehr auf Platz eins im Medaillenspiegel nicht für ausgeschlossen. „Platz eins ist vielleicht keine Utopie, aber es wäre eine Sensation, wenn wir das schaffen würden“, sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Deutschland war zuletzt 2006 in Turin mit 29 Medaillen die erfolgreichste Nation der Winterspiele.

2010 in Vancouver bedeuteten 30 Medaillen Rang zwei hinter Gastgeber Kanada. Der DOSB-Zielkorridor für Sotschi liegt zwischen 27 und 42 Medaillen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière wäre mit einem ähnlich guten Ergebnis wie vor vier Jahren ebenfalls zufrieden. „Vancouver war großartig. Wenn wir in die Gegend dieses Ergebnisses auch in Sotschi kommen, wäre ich sehr zufrieden“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Er wird am zweiten Olympia-Wochenende ans Schwarze Meer reisen.

Dort gehen Deutschlands Topsportler mit einer zusätzlichen Motivation an den Start. Vor Beginn der Winterspiele am Freitag gab die Stiftung Deutsche Sporthilfe die Erhöhung der Erfolgsprämie bekannt. Für den Gewinn einer Goldmedaille erhalten sie 20 000 statt wie bisher 15 000 Euro. Silber und Bronze werden mit 15.000 beziehungsweise 10.000 Euro honoriert.

Ohne von der Prämienerhöhung zu wissen, machten die deutschen Eisschnellläufer in der olympischen Adler Arena ordentlich Dampf. Sprinter Nico Ihle war in einem Testrennen über 500 Meter in sehr guten 35,02 Sekunden Schnellster von 22 Startern. „Ich war selber überrascht, dass es so schnell war. Es geht sogar noch ein bisschen mehr“, sagte der Chemnitzer. In 9,69 Sekunden über 100 Meter hatte er die schnellste Angangzeit seiner Laufbahn. Nach 500 Metern blieb er nur um knapp vier Zehntelsekunden über seinem deutschen Rekord.

Eine gut gelaunte Claudia Pechstein beließ es bei einem lockeren Eis-Training. Die 41-Jährige will sich nach Auskunft ihres Lebenspartners Matthias Große bis zu ihrem Start über 3000 Meter am Sonntag nicht mehr ausführlich äußern. „Die Claudia ist Bombe in Schuss, das ist nach wie vor so“, sagte Teamchef Helge Jasch.

Dagegen ist der Olympia-Traum des norwegischen Slopestylers Torstein Horgmo geplatzt. Bei einem Sturz im Training brach sich der Snowboard-Medaillenkandidat das Schlüsselbein und wird nicht starten können. Er krachte am Morgen zu Beginn des Kurses auf den Boden. Athleten und Trainer reagierten auf den Unfall und entschlossen sich nach Beratungen, den Kurs vor der Olympia-Premiere zu entschärfen.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 20:54 Uhr

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