Kommentar : Zum Urteil im Fall Djokovic: Der Mann ist kein Gewinner

Avatar_shz von 10. Januar 2022, 19:02 Uhr

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Darf nach einem Gerichtsurteil vorerst in Australien bleiben: Der Tennisprofi Novak Djokovic. (Archivfoto)
Darf nach einem Gerichtsurteil vorerst in Australien bleiben: Der Tennisprofi Novak Djokovic. (Archivfoto)

Der wohl ungeimpfte Novak Djokovic kämpft um seine Aufenthaltserlaubnis in Australien und hat jetzt vor Gericht Recht bekommen. Ein Gewinner ist er trotzdem nicht, kommentiert Susanne Fetter.

Osnabrück | Als Novak Djokovic zuletzt im Finale der US Open eine seiner wohl bittersten sportlichen Niederlagen erlitt, schien er trotzdem endlich am Ziel. Dem Serben, der gerade gescheitert war, den Grand Slam zu holen, flogen plötzlich die Herzen der Fans zu. Liebe vom Publikum, das hat er sich stets gewünscht, sie rührte ihn zu Tränen. Ab jetzt dürfte ihm nur eines entgegenschlagen: Wut. Urteil ist noch keine Entscheidung Denn auch wenn der 34-Jährige vor Gericht Recht bekam, der große Gewinner, als den ihn seine Familie auf geradezu verstörende Weise inszeniert, ist er nicht. Djokovic profitierte davon, dass sich das Personal bei der Einreise des Ungeimpften nach Down Under ungeschickt verhielt. Verfahrensfehler erkannte der Richter und sprach ein Urteil, das längst noch keine Entscheidung ist. Die Verhandlung brachte trotzdem eine Erkenntnis, die ein Urteil zulässt: Djokovic ist nicht nur ein Impfskeptiker, er hat sich wissentlich über Corona-Regeln hinweggesetzt und andere gefährdet. Wer direkt nach einem positiven PCR-Test ohne Maske an öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt und sich mit Kindern fotografieren lässt, ist verantwortungslos oder ein Schwindler, der sich ein Zertifikat erschlich, um die strengen australischen Einreiseregeln zu umgehen. Pure Blödheit, keine Liebe Für die Regierung des Landes ist die Causa Djokovic längst eine echte Belastungsprobe. Die tumultartigen Szenen in Melbourne, wo einige Anhänger des Serben ohne Abstand und Maske das Urteil feierten, verstärkten diesen Eindruck nur. Liebe war das jedenfalls nicht, sondern die pure Blödheit. ...

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