Rassismusvorwürfe : Nach Karikatur von Serena-Williams: Zeitung wehrt sich gegen Kritiker

Serena Williams verlor das US-Open-Finale gegen Naomi Osaka.
Serena Williams verlor das US-Open-Finale gegen Naomi Osaka.

Die Zeitung "Herald Sun" zeigte die Tennisspielerin Serena Williams mit wulstigen Lippen und krausen Haaren.

shz.de von
12. September 2018, 08:57 Uhr

Sydney | Nach Kritik wegen einer als rassistisch und sexistisch angesehenen Karikatur von US-Tennisspielerin Serena Williams wehrt sich die Zeitung "The Herald Sun" gegen die Vorwürfe. Zusammen mit weiteren Karikaturen bekannter Persönlichkeiten und dem Titel "Welcome to PC World" wurde die Karikatur erneut am Mittwoch veröffentlicht - auf der Titelseite. "PC" steht für "Political Correctness" und meint eine diskriminierungsfreie Einstellung.

Die Zeichnung von Mark Knight wurde in den sozialen Medien heftig als sexistisch und rassistisch kritisiert, unter anderem weil Williams mit einem großen Hintern, wulstigen Lippen und krausen, vom Kopf abstehenden Haaren dargestellt wurde, daneben auf dem Boden ein Babyschnuller.

"Politisch korrektes Leben sehr langweilig"

"Satirefreie Zone" steht neben den Zeichnungen auf der Titelseite: "Wenn sich die selbst ernannten Zensoren von Mark Knight durchsetzen, wird unser neues politisch korrektes Leben sehr langweilig", schrieb die Zeitung. Knight verteidigte sich: Es ginge in der Zeichnung nur um Williams' Ausraster auf dem Tennisplatz.

Schiedsrichter als Dieb bezeichnet

Williams hatte bei der Niederlage gegen die Japanerin Naomi Osaka im Finale der US Open drei Verwarnungen von Schiedsrichter Carlos Ramos erhalten. Zuvor hatte die 36-Jährige den Schiedsrichter als Dieb bezeichnet und anschließend beklagt, er hätte für diesen Ausdruck noch nie einen Mann bestraft. Die einstige Nummer eins der Welt aus den USA warf dem Portugiesen in diesem Zusammenhang Sexismus vor.

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