Shitstorm gegen TV-Kommentatorin : Patzer bei WM-Spiel: ZDF-Sportchef verteidigt Claudia Neumann

Claudia Neumann sieht sich im Internet großer Kritik ausgesetzt.
Claudia Neumann sieht sich im Internet großer Kritik ausgesetzt.

Thomas Fuhrmann lobt die TV-Kommentatorin für ihr Fachwissen – und ergänzt, dass auch sie Fehler machen dürfe.

shz.de von
20. Juni 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | Sportjournalistin Claudia Neumann sieht sich seit dem ersten Spiel, das sie bei der WM 2018 für die öffentlich-rechtlichen Sender kommentiert, großer Kritik und Hetze im Internet ausgesetzt. So auch bei dem dritten Spiel Kolumbien gegen Japan.

Dabei war war es nicht förderlich, dass sie den japanischen Torschützen Yūya Ōsako fälschlicher Weise dem FSV Mainz 05 zuordnete und anfügte, er habe mit seinen Tore geholfen, den Klassenerhalt zu sichern. Tatsächlich spielte der Stürmer in der vergangenen Spielzeit für den 1. FC Köln und stieg mit diesem auch in die 2. Liga ab.

„Was bei Claudia Neumann passiert, sprengt alle Grenzen“

Kritik will sich das ZDF auch gefallen lassen, aber alles habe seine Grenzen, erklärt ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann am Dienstag. „Wir akzeptieren natürlich Kritik, auch bei den Kommentatoren - was aber bei Claudia Neumann passiert, sprengt alle Grenzen.“ Der ZDF-Sportchef meint, hinter der Kritik verberge sich eine Grundsatzdiskussion: „Eine Frau kommentiert ein Spiel der Männer-WM. Manche drehen da im Netz völlig durch, das ist unterste Schublade.“ Neumann selbst schweigt aktuell zu diesem Thema.

Einige Facebook-Kommentare während des Spiels am Dienstagnachmittag gingen so tief unter die Gürtellinie, dass das ZDF eingreifen musste: „Wir lesen Eure Kommentare hier alle, wir nehmen sachliche Kritik ernst und geben sie der Redaktion weiter. Wir haben hier allerdings eine Netiquette und wer in seinem Post mit Schimpfwörtern um sich wirft, muss damit rechnen, dass wir seinen Kommentar löschen. Eine Meinung kann man auch sachlich ausdrücken.“

Einige taten dies auch in gemäßigtem Ton, aber dennoch sehr kritisch - etwa auf Twitter:




Allerdings ergriffen auch viele Partei für die TV-Kommentatorin:
 





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