Von Neuer bis Werner : Welche Perspektiven haben die 23 WM-Spieler?

Am Mittwoch gibt Jogi Löw den ersten Kader nach dem WM-Debakel bekannt. Die Frage: Was wird aus den WM-Spielern? Foto: imago/Schüler
Am Mittwoch gibt Jogi Löw den ersten Kader nach dem WM-Debakel bekannt. Die Frage: Was wird aus den WM-Spielern? Foto: imago/Schüler

Mit der Nominierung für die nächsten Länderspiele gibt Joachim Löw einen Hinweis auf seine künftigen Personalplanungen.

shz.de von
28. August 2018, 06:24 Uhr

München | Bundestrainer Joachim Löw gibt am Mittwoch den Kader für die ersten Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach der missratenen WM in Russland bekannt. Am 6. September trifft das DFB-Team in München in der neuen Nationenliga auf Weltmeister Frankreich. Drei Tage später folgt in Sinsheim ein Testspiel gegen Peru. (Weiterlesen: Bericht: DFB-Spieler nannten sich "Kanaken" und "Kartoffeln")

Wenige sind sicher dabei

Ein Großteil der 23 Akteure, die beim Turnier in Russland dabei waren, können trotz der historischen Vorrunden-Pleite auf eine Fortsetzung der Karriere im Nationaltrikot hoffen. Manche werden aber um ihren Platz kämpfen und bangen müssen.

Tor:

Manuel Neuer (FC Bayern/32 Jahre/79 Länderspiele): Der Kapitän machte schnell klar, dass er weitermacht. Als Nummer 1 weiterhin gesetzt.

Die Nummer 1 des DFB-Teams, Manuel Neuer. Foto: dpa/Christian Charisius
dpa/Christian Charisius
Die Nummer 1 des DFB-Teams, Manuel Neuer. Foto: dpa/Christian Charisius

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona/26/20): Stammkraft bei Barça. Nummer 2 hinter Neuer im DFB-Trikot. Dabei wird es erstmal bleiben.

Kevin Trapp (Paris Saint-Germain/28/3): Bei PSG nur noch Nummer drei. Um diese Position im DFB-Trikot zu behalten, ist ein Wechsel geboten.

Abwehr:

Jerome Boateng (FC Bayern/29/73): Alles hängt von der Fitness ab. Im Vollbesitz seiner Kräfte weiter ein herausragender Innenverteidiger.

Abwehrspieler Jerome Boateng. Foto: dpa/Ina Fassbender
dpa/Ina Fassbender
Abwehrspieler Jerome Boateng. Foto: dpa/Ina Fassbender

Matthias Ginter (Bor. Mönchengladbach/24/18): Weltmeister und Confed-Sieger und doch stets im Hintergrund. Bleibt eine Alternative.

Jonas Hector (1. FC Köln/ 28/40): Muss sich mit Köln in der 2. Liga beweisen. Löw dürfte sicher auch andere linke Verteidiger testen.

Mats Hummels (FC Bayern/29/66): Einen Rücktritt schloss er schon vor der WM aus. Sportlich wie als Führungskraft weiterhin gefragt.

Mats Hummels, Joshua Kimmich und Thomas Müller bei Sprintübungen. Foto: dpa/Christian Charisius
dpa/Christian Charisius
Mats Hummels, Joshua Kimmich und Thomas Müller bei Sprintübungen. Foto: dpa/Christian Charisius

Joshua Kimmich (FC Bayern/23/32): Scheut sich nicht vor Verantwortung. Perspektivisch ein klarer Führungsspieler.

Marvin Plattenhardt (Hertha BSC/26/7): Der Berliner wird in der Liga Leistung zeigen müssen. Kein logischer Kandidat für den Neustart.

Antonio Rüdiger (FC Chelsea/25/25): Der kampfstarke Verteidiger hat in England dazugelernt. Löw schätzt ihn und dürfte auf ihn bauen.

Niklas Süle (FC Bayern/23/12): Er hat das Format zum künftigen Abwehrchef. Kann neben Hummels und Boateng weiter reifen.

Mittelfeld:

Julian Brandt (Bayer Leverkusen/22/19): Bei der WM der Dauer-Joker. Hat die Zukunft und weitere Turniere im Nationaltrikot noch vor sich.

Julian Draxler (Paris Saint-Germain/24/46): Bei PSG-Trainer Tuchel nur Reservist. Der Confed-Cup-Kapitän muss um Spielpraxis kämpfen.

Werden wohl auch in Zukunft gemeinsam Jubeln im DFB-Dress jubeln können: Leon Goretzka (links) und Julian Draxler. Foto: imago/Bernd Müller
imago/Bernd Müller
Werden wohl auch in Zukunft gemeinsam Jubeln im DFB-Dress jubeln können: Leon Goretzka (links) und Julian Draxler. Foto: imago/Bernd Müller

Leon Goretzka (FC Bayern/23/16): Löw mag den Neu-Münchner. Er könnte mit seiner Dynamik zu einer prägenden Figur in der Zukunft werden.

Ilkay Gündogan (Manchester City/27/27): Löw wird ihn trotz Erdogan-Gate nicht fallen lassen. Die WM-Form reicht aber nicht.

Sami Khedira (Juventus Turin/31/77): Seine Zeit scheint abgelaufen. Er will sich aber mit Leistung weiter unverzichtbar machen.

Toni Kroos (Real Madrid/28/86): Löw erklärte ihn schon zum Schlüsselspieler. Darf sogar Sonderrechte für sich reklamieren.

Thomas Müller (FC Bayern/28/94): Er könnte als Nächster in den 100er-Club vorstoßen. Sollte fixe Größe für den Neuaufbau sein.

Mesut Özil (FC Arsenal/29/92): Der WM-Verlierer. Eine Rückkehr nach Rücktritt scheint unvorstellbar. Löw verliert einen Lieblingsspieler.

Während Mesut Özil wohl nie wieder das DFB-Trikot anziehen wird, könnte Marco Reus Özils Rolle im Team übernehmen. Foto: imago/Team 2
imago/Team 2
Während Mesut Özil wohl nie wieder das DFB-Trikot anziehen wird, könnte Marco Reus Özils Rolle im Team übernehmen. Foto: imago/Team 2

Marco Reus (Borussia Dortmund/28/34): Bleibt er verletzungsfrei, ist er ein wichtiger Faktor für die Zukunft. Kann Özil-Rolle ausfüllen.

Sebastian Rudy (Schalke 04/28/26): Löw schätzt den stillen Sechser. Der Schalke-Wechsel könnte für einen Platz im DFB-Team helfen.

Angriff:

Mario Gomez (VfB Stuttgart/33/78): Trat nach später WM-Premiere mit Stil ab. Eine kleine Hintertür für die EM 2020 ließ er sich offen.

In Zukunft wird auf Timo Werner im Sturm der Nationalmannschaft gesetzt. Foto: dpa/Ina Fassbender
dpa/Ina Fassbender
In Zukunft wird auf Timo Werner im Sturm der Nationalmannschaft gesetzt. Foto: dpa/Ina Fassbender

Timo Werner (RB Leipzig/22/17): Auf ihn kommt es im Angriff künftig noch mehr an. Das Supertalent ist für den Neustart fest eingeplant.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen