Viel Respekt vor den Fans der Gastgeber : Kroatien vor dem Russland-Spiel: Bereit für Heldentaten

Trainer Zlatko Dalic will auch nach dem Viertelfinale gegen Russland mit Superstar Luka Modric Freudentränen weinen.
Trainer Zlatko Dalic will auch nach dem Viertelfinale gegen Russland mit Superstar Luka Modric Freudentränen weinen.

Kroatien geht als Favorit ins WM-Viertelfinale gegen Russland. Doch der Respekt vor den Gastgebern ist riesig.

shz.de von
07. Juli 2018, 08:38 Uhr

Hamburg | Als eine der bisher am überzeugendsten aufgetretenen Mannschaften bei der WM 2018 in Russland trifft die kroatische Nationalmannschaft am Samstagabend im Viertelfinale in Sotschi auf Gastgeber Russland (Anstoß um 20 Uhr).

Favorit Kroatien weiß, dass das Spiel am Schwarzen Meer eine schwere Aufgabe wird, schließlich warfen die Russen im Achtelfinale mit Spanien einen der Turnierfavoriten raus. Und dann wäre da noch der Heimvorteil der "Sbornaja", der sich vor allem im Spiel gegen die Spanier bemerkbar gemacht hatte: Das Moskauer Lushniki-Stadion glich nach dem zweiten gehaltenen Elfmeter von Keeper Igor Akinfeev einem Hexenkessel.

10.000 kroatische Fans erwartet

Daher flößt vor allem die große Überzahl der russischen Fans Trainer Zlatko Dalic und seinem Team viel Respekt ein. "Gegen den Gastgeber in Sotschi wird es ein heißes Spiel. Keiner wird uns dort mögen. Das wird ein großer Test für uns", sagte Dalic im Vorfeld der Partie. Rund 10.000 kroatische Fans werden Medien zufolge erwartet weniger als ein Viertel der Kapazität im Fischt-Stadion.

Rund um die mit vier aktuellen und sechs ehemaligen Bundesliga-Profis angetretenen Kroaten wird seit dem ersten WM-Tag von der Wiederholung des 1998er-Coups geredet. Damals wurden sie Dritter, der damalige WM-Torschützenkönig Davor Suker ist heute Verbandspräsident. In der Vorrunde kam das Team gut damit zurecht, aber mit der Favoritenrolle gegen Dänemark tat es sich schwer. So wurde Torwart Danijel Subasic zum Held mit drei gehaltenen Elfmetern, womit er den WM-Rekord des Portugiesen Ricardo von 2006 einstellte.

Nowotny: "Eine mit Stars gespickte Mannschaft"

Ex-Nationalspieler Jens Nowotny, der seine Karriere 2007 bei Dinamo Zagreb ausklingen ließ und den kroatischen Fußball noch immer aufmerksam verfolgt, ist von den Leistungen der Südeuropäer im bisherigen Turnierverlauf dennoch beeindruckt: "Das ist eine mit Stars gespickte Mannschaft, von denen sich aber alle offenbar sehr gut einordnen können und keinen Sonderstatus beanspruchen. So kommt es zumindest rüber. Und das schweißt enorm zusammen", sagt der WM-Dritte von 2006, der die Kroaten im Gespräch mit unserer Redaktion als "eine stabile und ausgewogene Männermannschaft mit leichten Schwächen in der Defensive" bezeichnet.

Ähnlich wie der kroatische Nationaltrainer glaubt auch Nowotny, dass der Heimvorteil der Russen den Kroaten das Leben schwer machen könnte. "Beide Mannschaften haben einen ähnlichen Spielstil, daher ist alles möglich. Aber die Wucht, die die russischen Fans auslösen können, ist nicht zu unterschätzen."

Zlatko Dalic geht daher mit Respekt an die schwierige Aufgabe heran: "Das ist ein großer Gegner", sagt Dalic über die Russen. Er träumt aber auch von großen Heldentaten: "Wir müssen noch stärker und stabiler sein, denn wir wollen unser Land noch stolzer machen."

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