Formel 1 : Vettel "voller Adrenalin" auf die Pole – Rückschlag für Hamilton

Sebastian Vettel vom Team Scuderia Ferrari jubelt, nachdem er sich im Qualifying die Pole Position für sein vorerst letztes Heimrennen gesichert hat.
Sebastian Vettel vom Team Scuderia Ferrari jubelt, nachdem er sich im Qualifying die Pole Position für sein vorerst letztes Heimrennen gesichert hat.

Im vorerst letzten Formel-1-Rennen in Deutschland startet Sebastian Vettel von der Pole-Position.

shz.de von
21. Juli 2018, 16:56 Uhr

Hockenheim | Unter dem donnernden Applaus seiner Fans ist Sebastian Vettel auf die Pole für das vorerst letzte Formel-1-Rennen in Deutschland gerast. Der Ferrari-Star verwies mit einer famosen Schlussrunde Valtteri Bottas im Mercedes am Samstag in der Qualifikation auf den zweiten Platz und nutzte das frühe Aus seines Erzrivalen Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil eiskalt aus. "Ich bin noch voller Adrenalin, aber so glücklich", sagte Vettel: "Danke an alle Fans an der ganzen Strecke."

Für Vettel ist es die fünfte Pole in diesem Jahr und die 55. in seiner Karriere. Einer der ersten Gratulanten noch auf der Strecke war Vater Norbert. Vettel ist nur rund 50 Kilometer entfernt von dem Kurs in Nordbaden im hessischen Heppenheim aufgewachsen. "Ich wusste, dass ich in Q3 noch was aus dem Auto rausholen konnte. Das hier zu schaffen, bedeutet besonders viel."

Dritter wurde Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari vor Max Verstappen im Red Bull. Für Hamilton hätte es dagegen nicht schlechter laufen können. Am Mittag im völlig verregneten Freien Training hatte er schon keine Runde auf Zeit gedreht, am Nachmittag war es schnell vorbei.

Hamilton raste mit seinem Mercedes über die Streckenbegrenzung, Funken sprühten, das Auto schlug mit dem Unterboden mehrmals unsanft auf den Asphalt auf. Sofort forderte der Kommandostand Hamilton mehrfach auf, den Wagen zu stoppen. "Die Hydraulik ist in Kurve eins ausgefallen", erklärte Hamilton. "Es fließt so viel Arbeit in ein Wochenende, wenn dann so etwas unvorhergesehenes passiert wie heute, dann sinkt das Herz." Es sei hart zu akzeptieren, wenn man in so einem engen Kampf stehe.

Fassungslosigkeit bei Hamilton

Entsetzte Gesichter gab es auch in der Box beim Heimspiel von Mercedes, die Fassungslosigkeit bei Hamilton war spürbar. Er versuchte, den Wagen noch ein paar Meter weiter zu fahren und dann bis in die Garage zu schieben. Als er den Silberpfeil zum Wegtransport in der nächstmöglichen Ausfahrt abgestellt hatte, kniete sich der Hockenheim-Sieger von 2016 neben seinen Wagen und legte den Kopf auf die Fahrzeugnase.

Für Hamilton ist es ein weitere Rückschlag. In Österreich war er ausgefallen, beim Heimrennen in England hatte er nach einem Rempler durch Räikkönen zu Beginn den Sieg verpasst. Und ausgerechnet Vettel gewann vor Hamilton, der nur eines der vergangenen fünf Rennen für sich entscheiden konnte.

Im WM-Duell kann Vettel nun weiter davonziehen. Acht Punkte hat er Vorsprung vor dem Großen Preis von Deutschland an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL). Gewinnen konnte er auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs noch nie. "Ich habe eine etwas gemischte Beziehung zu dieser Strecke", meinte er.

In allen drei Trainingseinheiten war Vettel jeweils nicht über den vierten Platz hinausgekommen. Als es drauf ankam, war der Hesse aber nervenstark und nicht zu schlagen. Unmittelbar vor dem Ende setzte sich Bottas zur freudigen Überraschung selbst der Verantwortlichen in der Mercedes-Box sogar an die Spitze. Doch Vettel schlug zurück und holte sich mit 0,204 Sekunden Vorsprung den ersten Platz.

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