Titelchance und Abstiegsangst : So läuft die Nations League für Löw

Joachim Löw bei der Kader-Bekanntgabe für die Länderspiele gegen Frankreich und Peru. Foto: Sven Hoppe
Joachim Löw bei der Kader-Bekanntgabe für die Länderspiele gegen Frankreich und Peru. Foto: Sven Hoppe

Der kompliziert anmutende Wettbewerb funktioniert eigentlich ganz einfach und birgt Chance wie Risiko.

shz.de von
03. September 2018, 14:29 Uhr

München | Der Neustart nach dem WM-Desaster beginnt für Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gleich mit einem neuen Titelanlauf. In der Nations League geht es in der Gruppenphase gegen Frankreich und die Niederlande. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist die Uefa Nations League überhaupt?

Die Uefa Nations League ist ein Fußballturnier zwischen den Männer-Nationalmannschaften der europäischen Fußballverbände innerhalb der Uefa. Es nehmen alle 55 Mitgliedsverbände der Uefa an dem Turnier teil, welches durch den neu erworbenen Wettkampfcharakter mehr Spannung garantieren und den Großteil der bisherigen Test- und Freundschaftsspiele ersetzen soll. Zukünftig wird die Nations League im Zweijahresrhythmus ausgetragen werden.

So funktioniert die Nations League (mit Video)

Die Gruppen in der Übersicht:



In welchem Modus wird gespielt?

Die 55 teilnehmenden Nationen wurden schon gemäß ihres Uefa-Koeffizienten in vier Ligen (A-D) eingeteilt, die wiederum aus jeweils vier Gruppen bestehen. Die stärksten Teams treffen in Liga A, die schwächsten in Liga D aufeinander. In einer Gruppe befinden sich drei oder vier Teams, die in Hin- und Rückspiel den Sieger der Gruppe ausspielen.

Wann spielt die deutsche Mannschaft?

Deutschland wurde als Erster der UEFA-Nationenwertung im Januar in der Division A der zwölf besten Teams in die Gruppe 1 mit Frankreich und den Niederlanden gelost. In Hin- und Rückspielen geht es bis November gegen die beiden Kontrahenten. Dem Auftakt am Donnerstag gegen die Équipe tricolore in München folgen die Auswärtsspiele in Amsterdam gegen Oranje am 13. Oktober und in Paris am 16. Oktober gegen Frankreich. Abgeschlossen wird die Gruppenphase mit dem Duell mit den Niederlanden am 19. November in Gelsenkirchen. Mehr Länderspiele, wie oft von Kritikern behauptet, gibt es durch den Wettbewerb nicht, allerdings gibt es mehr Partien mit Wettkampf-Charakter.

Um diese Trophäe geht's:



Was passiert, wenn Deutschland den Gruppensieg holt?

Wird Deutschland Gruppenerster, qualifiziert sich die Löw-Auswahl für das Finalturnier der Nations League. Daran nehmen vom 5. bis 9. Juni 2019 die vier Gruppensieger der Division A teil. Der Titelträger wird in Halbfinals und Endspiel ermittelt und erhält einen zu einer Flamme stilisierten Silberpokal. Gastgeber wird Portugal, Polen oder Italien sein, die in der Gruppe 3 der Division A gegeneinanderspielen. In den beiden anderen Gruppen der Division A spielen Belgien, die Schweiz und Island sowie Spanien, England und Kroatien.

Was passiert, wenn Deutschland nicht den Gruppensieg holt?

Als Gruppenzweiter oder Gruppendritter ist die Nations League für die DFB-Auswahl beendet - als Schlusslicht aber mit einem bitteren Beigeschmack. Die Dritten jeder Gruppe steigen aus der Division A ab und müssen bei der nächsten Auflage im Jahr 2021 in der Division B antreten. Der Imageschaden ausgerechnet hinter dem Erzrivalen aus den Niederlanden abzusteigen, wäre für Fußball-Deutschland nach dem WM-Debakel immens. „Wir müssen schon das Level A halten“, machte DFB-Boss Reinhard Grindel die Zielvorgabe deutlich.

Wo kann ich die Spiele der deutschen Mannschaft sehen?

ARD und ZDF werden die Spiele mit deutscher Beteiligung bis 2022 live übertragen. Zudem wird das Finale im Juni 2019, unabhängig vom deutschen Abschneiden, auf einem öffentlich-rechtlichen Sender zu sehen sein.

Wie qualifiziert man sich für die EM 2020?

Mit der Qualifikation für die EM 2020 hat die Nations League zunächst nichts zu tun. Am 2. Dezember werden in Dublin die zehn Ausscheidungsgruppen für die reguläre EM-Qualifikation ausgelost. Von März bis November 2019 wird in fünf Fünfer- und fünf Sechsergruppen in Hin- und Rückspiel gespielt. Die zehn Gruppensieger und zehn Gruppenzweiten lösen das Ticket für die Endrunde 2020. Für die verbleibenden vier EM-Plätze kommt aber wieder die Nations League ins Spiel.

Die je vier Gruppensieger aus allen vier Divisionen der Nations League bekommen das Startrecht für eine Playoff-Runde im März 2020. Die besten vier Teams jeder Division spielen dabei in Halbfinale und Finale untereinander je einen Sieger aus, der dann an der EM teilnehmen darf. Somit ist sichergestellt, dass auch kleine Fußball-Nationen vom Format Litauens oder Norwegens aus der Division C oder Aserbaidschans und Maltas aus der Division D bei der EM dabei sein werden. Hat sich ein Nations-League-Gruppensieger schon über die normale EM-Qualifikation das EM-Ticket geholt, geht das Startrecht für das Playoff an das nächstbeste Team in der Division oder, sollten alle Mannschaften aus dieser Division bereits qualifiziert sein, sogar an ein Team aus der nächstschlechteren Division über.

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