WM 2018: Das Topspiel der Gruppe B : Portugal gegen Spanien – Das Duell der Unbesiegten

Bei der EM 2012 standen sich Spanien und Portugal zuletzt gegenüber. In Lemberg verlor Ronaldo (r) und Co im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Spanien. Foto: imago/Sven Simon
Bei der EM 2012 standen sich Spanien und Portugal zuletzt gegenüber. In Lemberg verlor Ronaldo (r) und Co im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Spanien. Foto: imago/Sven Simon

Nach dem kurzfristigen Trainer-Rauswurf der Spanier ist das Duell gegen Portugal noch unberechenbarer geworden.

shz.de von
15. Juni 2018, 15:16 Uhr

Sotchi | Nach der sehr kurzfristigen und überraschenden Demission von Coach Julien Lopetegui zwei Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Erzrivale Portugal herrscht bei den Spaniern Unruhe. Ausgerechnet vor dem Topspiel gegen den Nachbarn (20 Uhr in Sotchi) ist völlig unklar, wie die Mannschaft um Kapitän Sergio Ramos den Rauswurf des Trainers verarbeitet.

Weiterlesen: Hier gibt es Portugal gegen Spanien im Liveticker

 

Spanien unter Lopetegui unbesiegt

Die Spanier wurden vor dem Turnierstart immer wieder als Topfavorit gehandelt. Unter Lopetegui verloren die Spanier nicht eine einzige Partie, blieben in 20 Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage kassierten die Iberer beim Achtelfinal-Aus bei der Europameisterschaft 2016 gegen Italien (0:2). Aber auch der Gegner kommt mit einer Ungeschlagen-Bilanz daher. Seit insgesamt neun Spielen bei der WM und EM verloren die Portugiesen nicht mehr. 2016 holten sie ungeschlagen in Frankreich die Europameisterschaft. Bei der WM vor vier Jahren in Brasilien verloren sie letztmals gegen die deutsche Mannschaft beim 0:4. Danach folgten zwei Remis gegen die USA und Ghana.



Hierro muss Vertrauen aufbauen

Hierro, einst eisenharter Verteidiger im Nationalteam und bei Madrid und aktueller Sportdirektor der Spanier, stieg urplötzlich zum Chefcoach auf – und muss nun die Lager aus Real-Profis wie Ramos und Isco sowie Barcelona-Spielern wie Andrés Iniesta, Gerard Piqué und Sergio Busquets zusammenhalten. Der 50-Jährige erklärte: „Ich werde nicht in zwei Tagen alles einreißen, was in zwei Jahren aufgebaut wurde.“ Die „Seleccion“ war Berichten zufolge gegen eine sofortige Entlassung von Lopetegui, doch das Tischtuch zwischen ihm und dem Verbandsboss Luis Rubiales war zerschnitten. Sergio Ramos, Kapitän der spanischen Nationalmannschaft, hat das Team und die Anhängerschaft demonstrativ zur Geschlossenheit aufrufen müssen. Nach dem turbulenten Tagen von Krasnodar beschwört auch der Verband FREF den Teamgeist. „Vereint wie noch nie. So stark wie immer“, twitterte er am Donnerstag vor dem Abflug nach Sotschi.


Virtueller Anflug auf das Fisht-Stadium in Sotchi:

Video: Google Earth / Image Landsat / Copernicus / Data SIO / NOAA / U.S. Navy / NGA / CEBCO / Image © 2018 TerraMetrics / Image © 2018 CNES / Airbus / Image © 2018 DigitalGlobe Startbild: dpa/Artur Lebevev



Ronaldo will Karriere krönen

Auf der anderen Seite haben die Portugiesen eine ruhige Vorbereitung absolviert. Das Team um Superstar Cristiano Ronaldo geht als amtierender Europameister in die Partie. Die Portugiesen könnten die Unruhe im spanischen Lager ausnutzen und sich so einen Vorteil verschaffen. Der 33-jährige Ronaldo, der im Weltfußball fast alles gewonnen hat außer die Weltmeisterschaft, würde sich nur allzu gerne in Russland den letzten sportlichen Wunsch erfüllen und sich auch die WM-Krone aufsetzen. „Wir werden dasselbe tun wie 2016: bis zum Ende kämpfen und sehen, was passiert“, kündigte der aktuelle Weltfußballer an. Das Team von Trainer Fernando Santos wird für die Spanier ein unangenehmer Gegner werden, denn gut verteidigen können die Portugiesen und mit Ronaldo sind sie in der Offensive immer gefährlich.

Zuletzt standen sich beide Teams bei der Europameisterschaft 2012 gegenüber. Damals siegten die Spanier auf dem Weg zum EM-Titel im Elfmeterschießen. Auch zwei Jahre zuvor besiegten die Spanier den Nachbarn im WM-Achtelfinale mit 1:0. Der letzte Sieg bei einem großen Turnier der Portugiesen datiert aus dem Jahr 2004. Bei der EM im eigenen Land setzte Portugal durch ein Tor von Legende Luis Figo mit 1:0 durch.


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