Märchenhafter Aufstieg : Kreisliga-Stürmer winkt Profi-Vertrag bei Hannover 96

Bestens gelaunt: Hendrik Weydandt (Mitte) freut sich nach seinem Tor mit seinen Teamkollegen Bobby Wood (l) und Matthias Ostrzolek.
Bestens gelaunt: Hendrik Weydandt (Mitte) freut sich nach seinem Tor mit seinen Teamkollegen Bobby Wood (l) und Matthias Ostrzolek.

Der märchenhafte Aufstieg des Hendrik Weydandt: Vor vier Jahren noch in der Kreisliga, jetzt winkt ein Profivertrag.

shz.de von
21. August 2018, 08:39 Uhr

Hannover | Diese Geschichten schreibt nur der Fußball. 2014 spielte Hendrik Weydandt noch in der Kreisliga beim TSV Munzel in der Nähe von Hannover. Nur vier Jahre später erzielte er am vergangenen Wochenende für Hannover 96 im DFB-Pokal gegen Karlsruhe gleich zwei Tore. Jetzt soll der 23-Jährige mit einem Profi-Vertrag ausgestattet werden.

"Der Junge ist unbeschwert und einfach klasse. Er bekommt einen Profi-Vertrag, das hat er sich verdient. Wir führen schon erste Gespräche", erklärte Hannover 96-Boss Martin Kind der "Bild-Zeitung". Auch Trainer André Breitenreiter war beeindruckt von der Leistung seines Schützlings: "Das sind die schönen Geschichten, die der Fußball schreibt. Henne ist heute der glücklichste Mensch der Welt. Wir freuen uns alle mit ihm."

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2014 wechselte Weydandt zu Germania Egestorf/Langreder. Mit dem Verein stieg er 2016 in die Regionalliga auf. In 108 Spielen erzielte er 46 Tore für den Club. In Egestorf/Langreder wurde er angesichts seiner Körpergröße von 1,95 Meter ehrfurchtsvoll "Hulk" genannt. Zur neuen Saison wechselte der angehende Steuerberater dann zu Hannover 96. Er sollte aber eigentlich die Regionalliga-Mannschaft der "Roten" verstärken. Nach einer starken Vorbereitung (acht Tore) mit der ersten Mannschaft und seinem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal in Karlsruhe hat er sich in den Kader gespielt. Beim 6:0 der 96er wurde er in der 82. Minute eingewechselt und traf noch zweimal (85./90.). "Ich denke, dass er bei uns bleibt", sagt Sportchef Horst Heldt nach der Partie begeistert.

Selbst sprechen darf Weydandt über seinen Höhenflug allerdings noch nicht. Der Verein hat ihm, genauso wie Talent Linton Maina, einen Maulkorb verpasst. Einen eigenen Berater hat der in Landringhausen (bei Barsinghausen) geborene Weydandt nicht. Er lässt sich von seiner Familie beraten. Falls es doch nichts mit der Profikarriere werden sollte, will er später die Steuerberater-Kanzlei seines Vaters übernehmen. Jetzt lebt er aber erst einmal seinen Traum vom Profi-Fußballer.

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