Debatte über Spaltung in der Nationalmannschaft : "Kanaken" und "Kartoffeln" – DFB-Präsident findet's übertrieben

DFB-Präsident Reinhard Grindel. Foto: imago/Sven Simon
DFB-Präsident Reinhard Grindel. Foto: imago/Sven Simon

Reinhard Grindel glaubt nicht, dass ein Riss durch die Nationalmannschaft geht, will sich aber selbst ein Bild machen.

shz.de von
27. August 2018, 20:50 Uhr

Hamburg | DFB-Präsident Reinhard Grindel will Berichte über eine mögliche Spaltung in der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM nicht überbewerten. "Ich glaube, dass das, was dort steht, übertrieben ist", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montagabend am Rande des "Sport-Bild-Awards" in Hamburg. Er habe gesagt, dass er mit dem Mannschaftsrat vor dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich in der neuen Nationenliga am 6. September in München spreche. "Dann werde ich mal hören."

"Ein Weiter-so wird es nicht geben"

Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, dass durch das Team in Russland ein angeblicher kultureller Riss gegangen sei, zwischen Spielern mit Migrationshintergrund und jene ohne ausländische Vorfahren. ("Kanaken" und "Kartoffeln") "Ich habe es nicht erlebt, dass es in der Mannschaft verschiedene Gruppen gibt", betonte Grindel.

Am Mittwoch wird Bundestrainer Joachim Löw sein Aufgebot für die Länderspiele gegen Frankreich und drei Tage später gegen Peru in Sinsheim benennen und erstmals seit der WM öffentlich seine Analyse des DFB-Desasters in Russland präsentieren.

Grindel stellte in Hamburg noch einmal klar: "Ein Weiter-so wird es nicht geben." Es werde "in personeller Hinsicht und in spielerischer Hinsicht Änderungen geben", kündigte der Funktionär an. "Die ganze Mannschaft, und damit auch die sportliche Leitung, müssen so arbeiten, dass die Fans am 6. September eine andere Mannschaft sehen, die mit größerem Einsatz, größerem Kampfgeist bei der Sache ist und wo man eben merkt, dass sie sich anders präsentieren will", forderte er.

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