Bundesliga-Start : Elf Hingucker der neuen Saison: Wer zieht den Fokus auf sich?

Am Sonntag zeigten Robert Lewandowski, Thomas Müller und Co schon wieder ihre Dominanz. Im Supercup gewannen die Bayern locker gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Foto: imago/Sven Simon
Am Sonntag zeigten Robert Lewandowski, Thomas Müller und Co schon wieder ihre Dominanz. Im Supercup gewannen die Bayern locker gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Foto: imago/Sven Simon

58 Tage nach dem WM-Ausscheiden rollt der Ball in der Bundesliga wieder. Wer zieht den Fokus vor dem Start auf sich.

shz.de von
14. August 2018, 10:11 Uhr

München | Es geht wieder los. Die Fußball-Bundesliga startet am 24. August mit dem Duell von Titelverteidiger FC Bayern gegen 1899 Hoffenheim in München in ihre 56. Saison. Welche Lehren hat Deutschlands Eliteklasse aus der WM gezogen? Wer kann für eine Überraschung sorgen? Auf wen, gilt es besonders zu achten?

Niko Kovac

Der Sprung von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern ist groß - aber wie groß? Niko Kovac tritt als Pokalsieger die Nachfolge von Jupp Heynckes an und soll Titel gewinnen. Nur das zählt. "Ich weiß, dass man hier erfolgreich sein muss, darauf sind wir vorbereitet", sagte Kovac, der von 2001 bis 2003 in München als Profi unter Vertrag stand. Die Erfahrung sei sicher kein Nachteil. Von Nachteil ist auch sicher nicht das 5:0 im Supercup gegen die Eintracht.

WM-Frustverarbeiter

Der WM-Frust saß vor allem bei Manuel Neuer & Co. tief. So wie die DFB-Spitze das Debakel in Russland aufarbeiten muss, müssen auch die deutschen Nationalspieler das Vorrundenaus verarbeiten. Ob in München oder Dortmund - Enttäschung soll neue Kräfte freisetzen. "Wenn man ein Turnier mal in den Sand gesetzt hat, dann müssen die Spieler zeigen, dass das nicht die Norm, sondern die Ausnahme war", sagte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge.

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DFB-Spitze

Auf die Analyse von Joachim Löw am 29. August nach dem blamablen WM-Vorrundenaus wartet ganz Fußball-Deutschland. Wird er künftig häufiger in den Bundesliga-Stadien zu sehen sein? Setzt er auf junge Liga-Talente? Auch zur Debatte um den Rücktritt von Mesut Özil muss sich der Bundestrainer zu gegebener Zeit äußern. Genauso spannend werden die kommenden Auftritte und Äußerungen von DFB-Boss Reinhard Grindel und Teammanager Oliver Bierhoff sein.

Video-Assistent

Diskussionen sind auch in dieser Saison garantiert. Die WM soll aber Anschauungsunterricht geliefert haben, wie sich der Videobeweis besser vermitteln lässt. So sollen die Fans künftig auf den Leinwänden über Entscheidungen des Videobeweises informiert werden. Im Fernsehbild soll zudem künftig eingeblendet werden, warum es eine Überprüfung gibt. Das TV-Signal soll anschließend wie bei der WM in drei Bilder gesplittet werden.

Axel Witsel

Der Mann mit dem Afrolook ist der Königstransfer von Borussia Dortmund. Als Kämpfer und Stratege soll der WM-Dritte aus Belgien im Mittelfeld den Ton angeben. "Axel Witsel hat große internationale Erfahrung und strahlt Ruhe aus", lobte Sportdirektor Michael Zorc den 29-Jährigen. 20 Millionen Euro überwies der BVB nach China an Tianjin Quanjian. Witsel wollte wieder zurück nach Europa, von Dortmund in seine Heimatstadt Lüttich ist es nicht so weit.


Der Ball bleibt rund, aber in der kommenden Saison ist Derbystar der offizielle Spielball in der Bundesliga und 2. Bundesliga. Foto: imago/MIS
Bernd Feil/M.i.S.
Der Ball bleibt rund, aber in der kommenden Saison ist Derbystar der offizielle Spielball in der Bundesliga und 2. Bundesliga. Foto: imago/MIS


Derbystar

Der Ball ist rund - das bleibt auch so. Nur der Hersteller ist ein anderer. Die Firma Derbystar stellt künftig das Spielgerät und löst den Konzern Adidas ab. Speziell ausgebildete Näher benötigen etwa bis zu drei Stunden, um aus Blase, 18 Meter langem Faden, 20 Sechsecken und 12 Fünfecken einen fertigen Ball herzustellen. Derbystar war schon einmal 1979/80 bei allen Bundesliga-Begegnungen mit seinem Ball vertreten.

Lucien Favre

Borussia Dortmund will sich von dem Schweizer Lucien Favre fußballerisch generalüberholen lassen. Der penible Coach soll dem BVB nach einer Saison mit zwei Trainern (Peter Bosz und Peter Stöger) wieder ein ansehnliches und erfolgreiches Profil verschaffen: klares Passspiel mit viel Tempo und schnelles Umschalten bei Balleroberungen. "Für ihn ist alles wichtig", sagte der 28 Millionen Euro Neuzugang Abdou Diallo aus Mainz über Favre.

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Martin Kind

Hannover 96 wird erstmal nicht zur Ruhe kommen. Denn Vereinschef Martin Kind pocht weiter auf eine Ausnahmegenehmigung für die 50+1-Regel, die bereits die Liga-Konkurrenten Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim erhalten haben. Kind will als langjähriger Vereinschef die Stimmenmehrheit übernehmen dürfen. Teile der Fans haben dagegen protestiert, Hannovers Trainer André Breitenreiter will den Trubel von der Mannschaft fernhalten.

Nagelsmann und der Platzhalter

Am liebsten will sich Julian Nagelsmann von 1899 Hoffenheim mit einem Titel verabschieden, ehe er im Sommer 2019 neuer Coach bei RB Leipzig wird. Hochambitionierter Platzhalter in Sachsen ist bis dahin Ralf Rangnick. In der vergangenen Saison führte Nagelsmann die Kraichgauer sogar bis auf Platz drei. In Hoffenheim will der 31-Jährige nun auch beweisen, dass sein frühzeitig kommunizierter Wechsel die richtige Entscheidung war.

Tablets

Auf den Trainerbänken sind von dieser Saison an technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Tablets erlaubt. Die Coaches erhalten nun die Möglichkeit, während der Spiele mit einem Kollegen des Mitarbeiterstabs auf der Tribüne zu sprechen. Jede Mannschaft darf maximal drei Geräte benutzen. Die Mobilgeräte dürfen aber nicht zu Protesten beim Schiedsrichterteam benutzt werden. Ein solcher Verstoß soll der DFL zufolge bestraft werden.

Traditionswechsel

Der Hamburger SV und 1. FC Köln sind weg - der 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf sind dafür zurück in Deutschlands Eliteklasse. Beide Vereine haben ein emotionales Umfeld, schwer einzuschätzende Mannschaften und eigenwillige Trainer. Michael Köllner (48) gibt seinen Nürnbergern Lektüreempfehlungen und entführt sie auch mal in die Kirche. Friedhelm Funkel (64) ist zwar der Oldie unter den Trainern, den Medizinball hat er aber längst aussortiert.

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