Erstes Statement seit der WM : Gündogan: Grenze zum Rassismus "teilweise überschritten"

Ilkay Gündogan will weiter für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Foto: imago/Sportimage
Ilkay Gündogan will weiter für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Foto: imago/Sportimage

Ilkay Gündogan äußert sich erstmals seit der WM öffentlich und spricht dabei auch über die "Kanaken"-Debatte im DFB-Team.

shz.de von
27. August 2018, 19:49 Uhr

Manchester | Ilkay Gündogan will seine Laufbahn in der Fußball-Nationalmannschaft fortsetzen. "Falls ich nominiert werden sollte, dann sehe ich keinen Grund, nicht weiterzumachen", sagte der Mittelfeldspieler vom englischen Meister Manchester City in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag-Ausgaben). "Die WM war leider ein großer Misserfolg. Doch es geht für mich nicht allein um Wiedergutmachung: Ich bin nach wie vor stolz, für Deutschland aufzulaufen." Seit der WM hatte sich Gündogan nicht öffentlich geäußert.

Gündogan lobt Löw

Der gebürtige Gelsenkirchener hatte sich im Vorfeld der Fußball-WM zusammen mit Mesut Özil mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan fotografieren lassen. "Ich habe mein Leben lang fast ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht. Das will ich hier ganz klar sagen. Aber es gibt Leute, die das entstandene Foto für sich politisch genutzt haben. Und in diesem Zusammenhang wurde dann auch teilweise die Grenze zum Rassismus überschritten."

Zur Berichterstattung des Magazins "Der Spiegel", wonach es eine Gruppe im Nationalteam gegeben habe, die sich als "Kanaken" bezeichnet habe, sagte der 27-Jährige: "Natürlich gab es hier oder da mal einige Witze über gewisse Instagram-Postings. Das war aber jederzeit immer nur als Spaß zu verstehen und hatte definitiv auch nichts mit Rassismus zu tun."

Über Bundestrainer Löw äußerte sich Gündogan lobend: "Ich bin nach wie vor ein sehr großer Fan von Jogi Löw - nicht nur, was das Sportliche angeht. Das betrifft auch seinen Charakter, seine Führungsqualitäten und seine Menschlichkeit. Ich kann mir als Nationaltrainer momentan keinen Besseren vorstellen als ihn." Am Mittwoch benennt Bundestrainer Joachim Löw sein Aufgebot für die Länderspiele gegen Frankreich (3. September) und Peru (6. September)

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