Freitagsspiel in der Bundesliga : Starkes Hannover 96 hält den BVB in Schach

Für Marco Reus und seine Dortmunder Kollegen gab es gegen die kampfstarken Hannoveraner kein Durchkommen. Foto: imago/Nordphoto
Für Marco Reus und seine Dortmunder Kollegen gab es gegen die kampfstarken Hannoveraner kein Durchkommen. Foto: imago/Nordphoto

Nach einer starken Leistung gelingt den Niedersachsen gegen den Champions-League-Teilnehmer ein verdientes Unentschieden.

shz.de von
31. August 2018, 22:27 Uhr

Hannover | Hannover 96 und Borussia Dortmund haben mit dem ersten 0:0 im 53. Duell beider Teams für ein Bundesliga-Novum gesorgt. Am Freitagabend brachten die Niedersachsen dem BVB unter dem neuen Coach Lucien Favre zum Auftakt des zweiten Spieltages mit ihrem beherzten Auftritt einen ersten leichten Dämpfer bei. Das vor der Saison für mehr als 70 Millionen Euro aufgerüstete Dortmunder Star-Ensemble spielte diesmal recht bieder und lange nicht so furios wie noch beim 4:1 zum Auftakt gegen RB Leipzig. Es war das erste torlose Unentschieden der noch jungen Spielzeit.

Füllkrug sorgt für Freude bei den Fans

"Wir haben eine tolle Leistung gegen eine super besetzte Mannschaft gezeigt", freute sich Hannovers Trainer André Breitenreiter über den Punkt und die starke Vorstellung seines Teams.

Hannover bleibt zwar sieglos, überraschte vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften HDI-Arena aber mit einem überzeugenden Auftritt. Nach zwei Spieltagen hat das Team von Trainer André Breitenreiter schon wieder zwei Punkte mehr, als viele Experten dem vermeintlichen Abstiegskandidaten zu diesem Zeitpunkt zugetraut hatten.

Hannover-Keeper Philipp Tschauner war in den wichtigen Momenten auf dem Posten. Foto: imago/DeFodi
imago/DeFodi
Hannover-Keeper Philipp Tschauner war in den wichtigen Momenten auf dem Posten. Foto: imago/DeFodi

96 spielte zu Beginn auf Augenhöhe mit der kompakt stehenden Borussia und hatte zunächst Ballbesitz-Vorteile. Dabei wurden die Niedersachsen auch endlich wieder von den eigenen Fans angetrieben. Der Stimmungsboykott der Ultras bei Heimspielen aus der Vorsaison endete. "Das ist genau das, was wir brauchen", hatte Sportdirektor Horst Heldt gesagt. Für zusätzlich gute Laune sorgte die über die Stadionlautsprecher bekanntgegebene Vertragsverlängerung von Stürmer Niclas Füllkrug. Der Hannoveraner unterschrieb vorzeitig bis 2022. "Ich hätte mir heute ein Tor gewünscht, aber es war eine bärenstarke Leistung von uns", freute sich der Angreifer.



Dortmund reiste nach dem Auftakterfolg gegen Leipzig selbstbewusst an. Allerdings fehlte Neuzugang Francisco "Paco" Alcácer noch. Erst am Dienstag hatte der spanische Nationalspieler, der für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehen wurde, unterschrieben. Nicht mehr dabei war Nuri Sahin. Den Mittelfeldmann gab der BVB wenige Stunden vor dem Anpfiff an Ligakonkurrent Werder Bremen ab.

Reus zerknirscht

Die Borussia tat sich im ersten Bundesliga-Auswärtsspiel unter Favre lange schwer, Hannover gefiel phasenweise wie schon beim 1:1 in der Vorwoche in Bremen. Kurz vor der Pause drehte der BVB aber auf und kam durch Kapitän Marco Reus in einer ansonsten weitgehend ereignislosen ersten Hälfte zu zwei Großchancen. Erst rettete 96-Keeper Michael Esser mit dem Fuß (40.), dann traf Reus die Latte (42.). So hatten die Gastgeber doch noch Glück, nicht mit einem Rückstand in die Halbzeit zu gehen.

"Ich hatte die beiden größten Möglichkeiten. Einen von den beiden muss ich auf jeden Fall machen, das ist ärgerlich. Es war irgendwie ein typisches 0:0-Spiel, nach dem Spielverlauf geht das völlig in Ordnung", sagte Marco Reus nach dem Spiel.



Nach der Pause spielte Hannover wieder druckvoller und bereitete den Gästen erneut Probleme. Auch, weil Coach Breitenreiter in Bobby Wood einen frischen Stürmer für den glücklosen Takuma Asano aufbot. Die besseren Chancen hatte trotzdem wieder Dortmund: Maximilian Philipp köpfte mit etwas Glück an den Pfosten (60.), Reus verpasste nach guter Vorarbeit freistehend im Zentrum knapp (68.). Doch auch 96-Kapitän Waldemar Anton (78.) und Wood (87.) hätten noch zum Sieg für die in der Schlussphase dominierenden Hausherren treffen können.

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