Wegen Demos in Chemnitz : Zweitligaspiel zwischen Dresden und dem HSV abgesagt

Das Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV wird abgesagt. Foto: imago/Robert Michael
Das Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV wird abgesagt. Foto: imago/Robert Michael

Wegen der angekündigten Demonstrationen in Chemnitz wird das Zweitligaspiel abgesagt, das bestätigte die DFL.

shz.de von
31. August 2018, 21:36 Uhr

Hamburg | Das für Samstag um 13 Uhr angesetzte Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV ist offiziell abgesagt worden. Die DFL teilte auf ihrer Webseite mit, dass das Spiel abgesagt wird. "Auf Weisung des Staatsministeriums des Innern des Landes Sachsen hat die DFL Deutsche Fußball Liga heute das für den morgigen Samstag geplant gewesene Spiel der 2. Bundesliga zwischen der SG Dynamo Dresden und dem Hamburger SV abgesagt", heißt es dort.

Zuvor hatte der sächsische Polizeipräsident Jürgen Georgie betont, die sächsische Polizei benötige alle Kräfte für die angekündigten Demonstrationen in Chemnitz. "Wir müssen auch unter Abwägung aller dieser Umstände berücksichtigen, dass die Kräfte, die wir in Chemnitz brauchen, Auswirkungen auf andere Ereignisse haben werden. Für den Freistaat Sachsen haben wir darum gebeten, die morgige Begegnung zwischen dem HSV und Dynamo Dresden zu verlegen."


"Wir hatten auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und bedauern die Spielabsage sehr, weil wir uns wie über 30.000 Fans auf ein Fußballfest gefreut hatten", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. Auch der HSV bedauerte die Spielabsage. "Natürlich hätten wir gerne morgen in Dresden gespielt und sind sportlich vorbereitet gewesen, entsprechend enttäuscht sind wir von dieser Absage. Aber wir müssen wie unser Gegner der Anordnung des sächsischen Innenministeriums folgen", sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. Nach zuletzt drei Siegen in Serie wollte der HSV seinen Aufwärtstrend in Dresden bestätigen. DIe Hanseaten waren am Freitagabend mit der Bahn angereist. Nach einem Abendessen im Hotel machte sich die Mannschaft um Trainer Christian Titz mit dem Mannschaftsbus wieder auf den 500 Kilometer langen Weg zurück nach Hamburg.



Die Polizei erwartet in Chemnitz im Laufe des Samstags Demonstrationen und Versammlungen mit einer Teilnehmerzahl "im unteren fünfstelligen Bereich", sagte Georgie. Der Freistaat Sachsen habe Verstärkungen aus dem gesamten Bundesgebiet angefordert und diese auch zugesichert bekommen. Dennoch würden auch die für das Zweitligaspiel zwischen Dresden und dem HSV eingeplanten Polizeikräfte in Chemnitz benötigt.

Die AfD und das ausländerfeindliche Bündnis Pro Chemnitz haben für Samstag eine Kundgebung angemeldet. Außerdem soll es eine Gegendemonstration eines breiten Bündnisses unter dem Motto "Herz statt Hetze" geben. Mit weiteren Demos ist außerdem zu rechnen.

Ein neuer Termin für das Spiel ist bislang noch nicht bekannt.



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