Nach Herzstillstand im Testspiel 2017 : Ex-Ajax-Profi aus Koma erwacht: Nouri kommuniziert mit Familie

Am 8. Juli 2017 hatte Nouri während der Partie in Hippach/Österreich einen Herzstillstand erlitten.
Am 8. Juli 2017 hatte Nouri während der Partie in Hippach/Österreich einen Herzstillstand erlitten.

Sein Schicksal bewegte vergangenen Sommer die Fußball-Welt - nun ist Ex-Ajax-Profi Abdelhak Nouri aus dem Koma erwacht.

shz.de von
21. August 2018, 17:40 Uhr

Amsterdam | Mehr als 13 Monate nach seinem Zusammenbruch in einem Testspiel gegen den Bundesligisten Werder Bremen ist Ajax Amsterdams Mittelfeldspieler Abdelhak Nouri aus dem Koma erwacht. Die Familie des 21-Jährigen bestätigte dies dem niederländischen TV-Sender NOS. Der ehemalige Profi könne aktuell sogar mit seinen Angehörigen kommunizieren, dafür nutze er laut Angaben des Bruders Bewegungen seines Mundes und seiner Augenbrauen.

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Im Juli 2017 war Nouri während eines Testspiels des Eredivisie-Klubs gegen Werder im österreichischen Hippach auf dem Platz mit einem Herzstillstand zusammengebrochen. Er erlitt in Folge des Sauerstoffmangels bleibende Hirnschäden. Nouris Verein Ajax hatte erst kürzlich eingeräumt, dass die notärztliche Erstversorgung des Spielers "unzureichend" gewesen sei.

Plötzliche Herzinfarkte – Astori, Foé und Co.: Diese Fälle bewegten die Sportwelt

In den vergangenen Jahren kam es im Sport immer häufiger zu Zwischenfällen, bei denen junge Menschen plötzlich ums Leben kamen oder schwerwiegende Schäden davon trugen, weil sie nach einem Herzinfarkt nicht schnell genug medizinisch versorgt wurden.

Erst im März wurde der Kapitän des italienischen Erstligisten AC Florenz Davide Astori tot in seinem Hotelzimmer in Udine aufgefunden. Dort sollte sein Team am selben Tag ein Ligaspiel austragen. Der 31-Jährige starb der gerichtsmedizinischen Untersuchung zufolge an akutem Herzversagen.

Im vergangenen Juni kollabierte der ivorische Fußballspieler Cheik Tioté beim Training seiner Mannschaft Beijing Enterprises. Er starb mit 30 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Einer der bekanntesten Fälle, ist der Tod des 64-fachen kamerunischen Nationalspielers Marc-Vivien Foé. Im Jahr 2003 starb der damals 28-Jährige nach einem Zusammenbruch während des Halbfinalspiels des Confederations Cup in Lyon ebenfalls an Herzversagen.

Doch nicht nur im Profifußball, auch im Amateurbereich sind solche Fälle bekannt. 2009 starb ein 34-jähriger Kreisligaspieler in Altenheim (Kreis Biberach) an einem plötzlichen Herztod. Bei einem Sportverein in Niedersachsen starb im März 2017 zunächst ein Fußballer an Herzversagen, einen Tag später ein Basketballer aus dem gleichen Grund. Beide waren während Trainingseinheiten bewusstlos zusammengebrochen.

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