Ex-Bundestrainer mit klarer Meinung : Berti Vogts: Selbstkritik von Löw nur "die halbe Wahrheit"

Ex-Bundestrainer Berti Vogts sieht die Nationalspieler in der Pflicht. Foto: imago/Sven Simon
Ex-Bundestrainer Berti Vogts sieht die Nationalspieler in der Pflicht. Foto: imago/Sven Simon

Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts sieht die deutschen Nationalspieler nach dem WM-Debakel in der Pflicht.

shz.de von
04. September 2018, 16:49 Uhr

München | Den Begriff "Die Mannschaft" würde der frühere Bundestrainer Berti Vogts "lieber heute als morgen" abschaffen. "Das ist ein negativer Begriff. Denn es ist nicht 'Die Mannschaft'. Das ist 'Die Deutsche Nationalmannschaft'. Für eine Mannschaft kann ich jede Woche spielen - auch in der Kreisliga", sagte Vogts dem Nachrichtenportal "t-online.de".

Schließlich dürften nur 23 Akteure für die Nationalmannschaft spielen. "Und genau dieses Bewusstsein ist verloren gegangen und verschenkt worden. Das ist das Wichtigste, das man im Herzen tragen muss", monierte der 71-Jährige mit Blick auf den Vorrunden-K.o. bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hatte zuletzt angekündigt, die Bezeichnung "Die Mannschaft" zu hinterfragen.

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Die Selbstkritik von Joachim Löw sei für Vogts nur die "halbe Wahrheit" gewesen: "Hinzu kommt nämlich das Versagen der Spieler."

Vogts ist indes überzeugt, dass die Nationalmannschaft mit Löw und Oliver Bierhoff "die Kurve bekommt". Die Situation sei auch nicht mit 1998 vergleichbar, als Vogts nach der schwachen WM noch zwei Spiele im Amt blieb und dann zurücktrat. "Damals gab es keine Nachwuchsakademien und dementsprechend keine Spieler, die ich anschließend hätte nominieren können. Das war ungleich schwerer als die Situation heute", sagte der langjährige Gladbacher, der als Mitglied für den sogenannten zehnköpfigen Beirat im Gespräch ist.

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