Modric, Xhaka & Co. : Weltflüchtlingstag: So sieht die WM-Elf der Flüchtlinge aus

Luka Modric (l), hier im Spiel gegen Nigeria, ist einer von vier Flüchtlingen im Kader von Kroatien.
Luka Modric (l), hier im Spiel gegen Nigeria, ist einer von vier Flüchtlingen im Kader von Kroatien.

Insgesamt vier kroatische Nationalspieler stehen in einer ganz speziellen WM-Elf.

shz.de von
20. Juni 2018, 19:08 Uhr

Hamburg/Moskau | 736 Spieler sind bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland für die 32 teilnehmenden Mannschaften am Start. Am Weltflüchtlingstag hat das Internetportal Diversity Guide 2018 eine WM-Elf jener Profis zusammengestellt, die aus unterschiedlichen Gründen aus ihren Heimatländern flüchten mussten.

Unter anderem steht auch Dejan Lovren in der nominierten Elf. Der Kroate hatte zuletzt in einer Dokumentation ("Mein Leben als Flüchtling) über seine bewegende Kindheit während des Krieges in Bosnien erzählt.

"Das sind einige der weltbesten Spieler, wir denken, wenn sie als Team zusammen spielen würden, wären sie in der Lage, die meisten Ligen der Welt zu gewinnen und um einen Halbfinalplatz in Russland zu kämpfen", erklärt Piara Powar, Geschäftsführerin des Netzwerkes "Fare" - einer Dachorganisation, die sich dem Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung widmet. "Flüchtlinge tragen zu jedem Aspekt des Lebens bei. Auf der ganzen Welt stehen wir mit ihnen zusammen, um ihre Rechte und ihre Präsenz unter uns zu feiern und zu verteidigen."


So sieht die Flüchtlingself der WM aus:

Torwart

Steven Mandanda (Frankreich)
Mandanda und seine Familie waren gezwungen, Kinshasa im ehemaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, während der Herrschaft von Mobutu Sese Seko zu verlassen. Der Keeper wanderte mit seiner Familie zunächst nach Lüttich in Belgien aus.
 

Verteidiger

Victor Moses (Nigeria)
Moses wuchs in Kaduna auf. Vater und Mutter des Spielers wurden in ihrem Haus angegriffen und bei Unruhen im Jahr 2002 getötet. Als er auf der Straße Fußball spielte, erfuhr er von den Nachrichten. Im Anschluss wurde Moses nach England geschickt, wo ihn Pflegeeltern im Süden Londons aufnahmen.

Dejan Lovren (Kroatien)
Lovren und seine Familie mussten aus ihrer Heimat in Kraljeva Sutjeska, dem ehemaligen Jugoslawien, fliehen, als der Krieg ausbrach und hunderttausende Menschen ums Leben kamen.

Vedran Corluka (Kroatien)
Bornorluka wurde im ehemaligen Jugoslawien geboren und flüchtete 1992 aufgrund des Bosnienkrieges nach Zagreb.

Milos Degenek (Australien)
Im Jahr 2000 zog Degenek mit seiner Familie nach Australien, um ein neues Leben zu beginnen. "Wir lebten in Kroatien, mussten aber als Serbin nach Belgrad flüchten, wo wir während des Kosovo-Krieges als Flüchtlinge lebten. Ich war jung und sah Dinge, die niemand sehen sollte", berichtet der Spieler heute über seine Erfahrungen.
 

Mittelfeld

Luka Modric (Kroatien)
Als Kind war Modrić gezwungen, aus seiner Heimatstadt Zadar im ehemaligen Jugoslawien zu fliehen. Seine Familie lebte während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges in den frühen 90er Jahren in Wohnheimen.

Grani Xhaka (Schweiz)
Xhaka wurde in Basel als Sohn eines Albaners geboren. Seine Familie zog kurz vor der Geburt seines Bruders aus dem Kosovo in die Schweiz.
 

Ivan Rakitic (Kroatien)
Vor Ausbruch des Krieges im ehemaligen Jugoslawien musste er mit seiner Familie aus Kroatien fliehen. Sie zogen nach Mohlin in die Schweiz, wo der Spieler aufwuchs.
 

Stürmer

Adnan Junuzaj (Belgien)
Geboren wurde der ehemalige BVB-Profi in der belgischen Hauptstadt Brüssel, kurz zuvor waren seine Eltern aus dem Kosovo geflohen.
 

Josip Drmic (Schweiz)
Drmić hat kroatische Wurzeln, er wurde während der Flucht vor dem Krieg in der Schweiz geboren.

Pione Sisto (Dänemark)
Sisto wurde in Uganda von südsudanesische Eltern geboren, die vor dem Bürgerkrieg geflohen waren.

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