Nach Jan Löhmannsröbens Wutrede : Von Cornflakes-Zählern und Eistonnen: Die legendärsten Fußball-Ausraster

Die Mutter aller Wutreden: Giovanni Trappatonis Pressekonferenz mit seinen Aussagen wie 'Flasche leer' und 'ich habe fertig' ist bis heute legendär. Foto: imago/Fred Joch
Die Mutter aller Wutreden: Giovanni Trappatonis Pressekonferenz mit seinen Aussagen wie "Flasche leer" und "ich habe fertig" ist bis heute legendär. Foto: imago/Fred Joch

Verbale Entgleisungen vor der Kamera sind im Profi-Fußball immer wieder Aufreger - eine Auswahl legendärer Wutreden.

shz.de von
08. September 2018, 17:45 Uhr

Hamburg | Es war vergangene Woche das Aufreger-Interview in der deutschen Sportberichterstattung: Kaiserslautern-Profi Jan Löhmannsröben flippte im Gespräch mit Telekom-Moderatorin Annett Sattler aus und beschimpfte den Schiedsrichter Markus Wollenweber, der beim 1:1 zwischen dem FSV Zwickau und dem 1. FC Kaiserslautern einen fragwürdigen Elfmeter zu Ungunsten der Lauterer gepfiffen hatte.

Nicht die erste Wutrede vor laufender Kamera - wir haben einige der emotionalsten Fußball-Ausraster im Folgenden aufgelistet.

Der Ausraster des Lauterers Löhmannsröben im Video:

Mertesacker und die Eistonne

Noch vielen Fußball-Fans im Gedächtnis ist das Interview von ZDF-Reporter Boris Büchler mit Nationalspieler Per Mertesacker nach dem Achtelfinalsieg der deutschen Mannschaft bei der WM 2014 gegen Algerien. Der ZDF-Reporter kritisiert die Spielweise des DFB-Teams. Mertesacker kann das nicht verstehen und sagt den mittlerweile legendären "Eistonnen"-Satz.

"Was erlaube Struuuunz?"

Der Auftritt von Bayern-Trainer Giovanni Trappatoni ist mittlerweile Kult. Am 10. März 1998 stellt er sich den Medienvertretern und wütet in einem Kauderwelsch aus Deutsch und Italienisch. Seine Aussprüche wie "schwach wie Flasche leer" oder "ich habe fertig" bleiben für immer legendär.

Das Ding ist durch

Nach einem 0:3 gegen Real Madrid im Champions League-Viertelfinale-Hinspiel glaubt ZDF-Reporter Jochen Breyer nicht mehr daran, dass Borussia Dortmund dieses schlechte Ergebnis im Rückspiel noch drehen kann und stellt die Frage: "Die Sache ist durch, oder? BVB-Coach Jürgen Klopp reagiert überrascht auf die "dumme" Frage und beendet das Interview innerhalb von nur einer Minute.

Weißbier-Waldi unter Beschuss

Vor fast genau 15 Jahren liefert sich der damalige Bundestrainer Rudi Völler am 6. September 2003 nach einem 0:0 auf Island einen verbalen Schlagabtausch mit ARD-Moderator Waldemar Hartmann. Völler ist mit der harten Kritik nach dem Remis ungehalten und legt sich mit Hartmann an. Der bleibt ruhig. Er widerspricht Völler, der sagt, Hartmann habe die Schärfe ins Gespräch gebracht. "Ja, du nicht", rudert Völler zurück und wird persönlich: "Du sitzt hier locker bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker."

"Da lach ich mir doch den Arsch ab"

Neben Klopp (siehe oben) verlor auch ein anderer BVB-Trainer schon einmal die Contenance: Am 23.April 2008 schimpft der damalige Dortmund-Coach Thomas Doll über Medien, die mit Blick auf einige seiner Spieler sehr negativ berichtet hatten. Zuvor hatte der BVB das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München verloren. "Mich permanent an die Wand zu nageln, mich hinzustellen als jemanden, der hier nichts auf die Beine gestellt hat, das ist so was von respektlos“, klagte Doll damals.

Uli und die Stimmung

Am 13. November 2007 sorgt Uli Hoeneß wieder einmal für einen legendären Auftritt. Bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München legt sich er sich mit den eigenen Fans an. Präsident Franz Beckenbauer moderiert gewohnt launig, liest von einem gereichten Zettel ab: "Eine Wortmeldung haben wir noch. Da soll es um die Stimmung in der Allianz Arena gehen." Was dann kommt, ist der Auslöser für einen Eklat. Tenor: Zu viele VIPs in der Allianz Arena, zu wenig echte Fans. "Das ist populistische Scheiße." – "Für die Scheiß-Stimmung seid ihr verantwortlich, nicht wir", legt Hoeneß los...

"Eine Frechheit"

19. November 1994: Der FC Bayern München gibt in den Schlussminuten den Sieg gegen den Karlsruher SC aus der Hand und kassiert das 2:2. Lothar Matthäus wird noch auf dem Platz zum Live-Interview gebeten und liefert einen unvergessenen TV-Moment. "Da müssen wir doch gar nicht mehr darüber reden. Das ist doch eine Frechheit, was der pfeift. Gelbe Karten für uns, Rote Karten für uns, der Freistoß, der keiner war. Der pfeift doch alles gegen uns." Gemeint ist WM-Schiedsrichter Hellmut Krug.


Willi Konrad ist in den 1990er Jahren unter seinem Freund und damaligen Dynamo Dresden-Präsident Rolf-Jürgen Otto Geschäftsführer bei den Sachsen. 1993 sollen die Beiden in dubiose Geschäfte verwickelt gewesen sein. Auf die Frage, ob er ein Schwarzgeld-Konto habe, wird Konrad in diesem kurzen Video sehr aggressiv.

"Die Fragen stelle ich"

Vor dem 33. Spieltag der Saison 2006/07 befindet sich der VfL Wolfsburg auf Platz 15 in akuter Abstiegsnot. Vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim Tabellen-15. Alemannia Aachen gibt Wolfsburg-Trainer Klaus Augenthaler eine legendäre Pressekonferenz. Augenthaler stellt sich selbst vier Fragen, die er kurz und bündig beantwortet und verlässt zur Verblüffung der anwesenden Journalisten sowie von Manager Klaus Fuchs das Podium nach 42 Sekunden.


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