Nach Auftaktpleite : DFB-Kapitän Neuer: "Hauptursache liegt bei uns Führungsspielern"

DFB-Kapitän Manuel Neuer stellte sich auf der Pressekonferenz den Fragen der Medienvertreter. Foto: dpa
DFB-Kapitän Manuel Neuer stellte sich auf der Pressekonferenz den Fragen der Medienvertreter. Foto: dpa

Nach der Niederlage gegen Mexiko übernimmt der Mannschaftskapitän Verantwortung und entlastet den Bundestrainer.

shz.de von
19. Juni 2018, 13:16 Uhr

Watutinki | Manuel Neuer erschien zur ersten Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Gruppengegner Mexiko eine knappe Stunde zu spät. Grund dafür war eine mannschaftsinterne Krisensitzung, in der die Probleme vom Sonntagabend laut Neuer so deutlich wie nie angesprochen wurden.

"Wir sind unsere schärfsten Kritiker und sind sauer auf uns selbst", erklärte der Torhüter direkt zu Beginn den anwesenden Journalisten. Zur aktuellen Lage äußerte sich der DFB-Schlussmann weiter: "Ich sehe alle in der Verantwortung. Wir haben viele erfahrene Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Da zieht sich keiner raus. Fast bei jedem Essen sitzen wir an den Tischen und reden über unser Spiel. Der Bundestrainer weiß auch, wie die Situation ist. "

Ab jetzt nur noch Endspiele

Ab jetzt habe man nur noch Finals, betonte Neuer, der überzeugt davon ist, dass die Mannschaft den Karren wieder aus dem Dreck ziehen könne: "Es ist ja keine neue Mannschaft, die da auf dem Platz steht." Trotzdem musste sich der Bayern-Torwart die Fragen nach den Gründen für die teilweise desolate Leistung zum Turnierbeginn gefallen lassen und machte die fehlende defensive Absicherung sowie mangelnde Körpersprache dafür verantwortlich. "Das darf uns nicht mehr passieren", sagte er.

Zudem nahm den 32-Jährige den für seine taktischen Verfehlungen viel gescholtenen Bundestrainer Joachim Löw aus der Schussbahn und stellte sich selbst ins Kreuzfeuer: "Ich denke, die Hauptursache liegt bei uns Führungsspielern. Bei vielen Situationen hätte alles noch geregelt werden können. Die Bereitschaft war bei diesem ersten Gruppenspiel noch nicht so vorhanden wie bei vorherigen Turnieren. Grundsätzlich waren sehr erfahrene und sehr gute Spieler auf dem Platz. Wir alle wissen, dass die Spieler ihre Leistung abrufen können und Verantwortung übernehmen können in solchen Spielen", stellt Neuer klar und ergänzte, dass es für ihn keine Frage der Qualität sei.

Die Überzeugung ist nach wie vor da

Das Spiel habe aber auch einen positiven Effekt, so Neuer: "Ich glaube, so stark war die Kommunikation noch nie, wie nach dem Mexiko-Spiel." Mats Hummels hatte unmittelbar nach der Niederlage gegen Mexiko öffentlich moniert, dass die Absicherung zu schwach sei – er und Boateng würden oft im Stich gelassen werden.

Neuer abschließend: "Die ganzen Finals, die uns bevorstehen, müssen wir jetzt positiv annehmen. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir gegen Schweden und Südkorea gewinnen, wenn wir die Sachen auf den Platz bringen, die wir haben vermissen lassen."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen