Klare Aussagen von Löw : Für Mesut Özil ist die Tür zum DFB-Team zu

Bundestrainer Jogi Löw schließt eine Rückkehr von Mesut Özil in die Nationalmannschaft aus. Foto: imago/Kyodo News
Bundestrainer Jogi Löw schließt eine Rückkehr von Mesut Özil in die Nationalmannschaft aus. Foto: imago/Kyodo News

Obwohl sich Mesut Özil ein Hintertürchen für eine Rückkehr in die DFB-Auswahl offen gehalten hat, ist das Thema erledigt.

shz.de von
05. September 2018, 09:50 Uhr

München | Bundestrainer Joachim Löw hat eine Rückkehr von Mesut Özil in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ausgeschlossen. "Mesut Özil hat aus meiner Sicht klar seinen Rücktritt erklärt und die Tür damit selbst zugemacht. Ein Comeback ist daher überhaupt kein Thema", sagte der 58 Jahre alte Löw der "Sport Bild".

Am Mittwoch ergänzte der Bundestrainer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankreich: "Wenn ein Spieler so seinen Rücktritt erklärt, holt man ihn nicht acht Wochen später zurück. Gleichzeitig kündigte Löw an, nach den Partien gegen die Équipe Tricolore und drei Tage später gegen Peru nochmals den Kontakt zu Özil suchen zu wollen. "Wir werden weiter versuchen, die Initiative zu ergreifen", sagte der DFB-Chefcoach. Özil sei ein Spieler mit "hohen Verdiensten" für die Nationalmannschaft. Bislang hat Özil laut Löw noch nicht auf dessen Kontaktversuche reagiert.

Der 29-jährige Özil hatte sich nach dem WM-Debakel in Russland mit einem heftigen verbalen Rundumschlag aus der DFB-Auswahl zurückgezogen. Unter anderem hatte er DFB-Präsident Reinhard Grindel persönlich angegriffen. Özil fühlte sich im Zuge der Affäre um Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan als Sündenbock für das sportliche WM-Desaster abgestempelt.

In einer mehrteiligen Botschaft in den sozialen Netzwerken erklärte der 92-malige Nationalspieler, er werde nicht mehr für Deutschland spielen, "solange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre". Damit hatte Özil zumindest theoretisch die Möglichkeit eines Comebacks im Nationaltrikot offen gelassen.

Löw hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass ihn Özil nicht vorab über seinen Rückzug aus der Nationalmannschaft unterricht habe. "Mesut hat sich für einen anderen Weg entschieden", erklärte Löw. Mehrere Versuche seinerseits, "ihn ans Telefon zu bekommen", seien danach gescheitert, sagte Löw irritiert und auch verärgert.

Die Nationalmannschaft bestreitet am Donnerstag in München gegen Weltmeister Frankreich ohne Özil ihr erstes Länderspiel nach der WM.

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