Gespaltene Nationalelf? : Bericht: DFB-Spieler nannten sich "Kanaken" und "Kartoffeln"

Sollen Teil der 'Bling-Bling'-Fraktion sein: Die Nationalspieler Jerome Boateng, Mesut Özil und Ilkay Gündogan. Foto: imago/MIS
Sollen Teil der "Bling-Bling"-Fraktion sein: Die Nationalspieler Jerome Boateng, Mesut Özil und Ilkay Gündogan. Foto: imago/MIS

In der Nationalelf soll es eine Grüppchenbildung geben – der DFB will sich dem Thema intensiv widmen.

shz.de von
27. August 2018, 10:29 Uhr

Hamburg | Um den Zusammenhalt innerhalb der Nationalmannschaft soll es einem Spiegel-Bericht zufolge schlecht stehen. In einer nachträglichen WM-Analyse wurde insbesondere eine tiefe Spaltung des DFB-Teams in Gruppen hervorgehoben.

So habe es zwei große Cliquen gegeben. Auf der einen Seite die häufig als "Bling-Bling"-Fraktion betitelte Gruppe mit Jerome Boateng, Mesut Özil, Ilkay Gündogan und Antonio Rüdiger. Die Spieler sollen sich intern "Kanaken" genannt haben. Die andere Gruppe sollen die "typischen Deutschen" mit unter anderem Thomas Müller und Mats Hummels gebildet haben. Von der Gegenseite wurden diese dem Bericht zufolge ab und an spaßig als "Kartoffeln" bezeichnet.

Unterschiedliche Lebensstile

Dies soll jedoch nicht Ausdruck von Rassismus, sondern vielmehr der Differenzen in Sachen Lebensstil gewesen sein. Während die "Bling-Bling"-Gruppe im Privaten eher auf ein luxuriöses Leben mit Goldketten und schnellen Autos stehe, spiegelten Müller und Co. hingegen die ruhigere und bodenständigere Variante wider.

Auf eine Nachfrage der "Bild"-Zeitung äußerten sich die DFB-Verantwortlichen zum Spiegel-Bericht zögerlich. Sie sehen darin ein allgemein gesellschaftliches Problem. In den Nachwuchs-Teams der Vereine spielten rund 30 Prozent Jugendliche mit Migrationshintergrund. DFB-Manager Oliver Bierhoff sagte dazu: "Wir wissen, dass wir uns in Zukunft dem Thema intensiv widmen müssen. Auf jeden Fall werden wir alles dafür tun, dass wir wieder ein echtes Team werden."

DFB-Präsident Reinhard Grindel antwortete auf die Frage, ob er wüsste, wie sich die Nationalspieler untereinander nennen sollen kurz und knapp mit "Nein". Auch hätte ihm Bundestrainer Joachim Löw nicht über eine Grüppchenbildung im Team berichtet.

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