Hummels wackelt gegen Schweden : Löws Verwirrspiel um die DFB-Startelf – in diesen Fällen droht das WM-Aus

Bundestrainer Joachim Löw setzte im Abschlusstraining unter anderem auf Mario Gomez und Julian Brandt in der Startelf.
Bundestrainer Joachim Löw setzte im Abschlusstraining unter anderem auf Mario Gomez und Julian Brandt in der Startelf.

Wer läuft für das DFB-Team gegen Schweden auf? Bei gewissen Ergebnissen ist für die Löw-Truppe schon am Samstag Schluss.

shz.de von
23. Juni 2018, 16:17 Uhr

Sotschi | Joachim Löw lässt vor dem so wichtigen WM-Spiel gegen Schweden am Samstag um 20 Uhr nichts unversucht. Dabei scheint der Bundestrainer auch den Gegner verwirren zu wollen. Im Abschlusstraining soll er laut "kicker"-Informationen eine etwas überraschende A-Mannschaft aufgeboten haben. So lief Mario Gomez anstelle von Timo Werner in der Spitze auf.

Julian Brandt lief auf der linken Angriffsseite auf. Bei der 0:1-Pleite gegen Mexiko vertraute Löw dort noch auf Julian Draxler. Sowohl Brandt als auch Draxler wären in der Startelf gegen Schweden eine Überraschung. Viel wahrscheinlicher ist der Einsatz von Marco Reus, der gegen Mexiko erst in der zweiten Halbzeit in die Partie kam.

Auf eine Änderung in der Vierer-Abwehrkette wird Löw ohnehin nicht rumkommen. Aller Voraussicht nach muss Innenverteidiger Mats Hummels aufgrund einer Halswirbel-Verrenkung passen. Für ihn könnten Niklas Süle oder Antonio Rüdiger einspringen. Beim Abschlusstraining nahm Rüdiger den Platz von Hummels ein. Als sicher gilt der Einsatz von Jonas Hector, der gegen Mexiko noch krankheitsbedingt passen musste. Marvin Plattenhardt wird dann auf der Bank Platz nehmen.

Szenarien des Scheiterns

Jeder, der gegen Schweden aufläuft, weiß um die Bedeutung dieses Spiels. Das Duell mit Schweden ist zwar erst die zweite WM-Partie für Deutschland, dennoch kommt es bereits jetzt einem Endspiel gleich. Die Löw-Elf ist quasi zum Siegen verdammt. Wobei theoretisch auch ein Remis reichen würde, um nicht bereits am Samstag auszuscheiden.

Die K.o.-Rechnung ist simpel: Sollte Deutschland auch gegen Schweden verlieren und Mexiko zuvor gegen Südkorea (17 Uhr) gewonnen haben, könnte die Löw-Truppe nicht mehr einen der ersten beiden Plätze erreichen. Bei einem Unentschieden des Weltmeisters darf Deutschland weiter vom Achtelfinaleinzug träumen. Sollte jedoch Mexiko gegen Südkorea gewinnen, ist das DFB-Team auf Schützenhilfe am finalen Gruppenspieltag angewiesen. Dann würde den Schweden ein Zähler gegen Mexiko reichen, egal, ob Deutschland gegen Südkorea gewinnt.

Ein sehr interessantes Szenario: Deutschland und Südkorea gewinnen am Samstag ihre Spiele. Dann hätten alle vier Mannschaften drei Punkte, die Karten wären neu gemischt. Am finalen Spieltag ziehen dann die Mannschaften in das Achtelfinale, die ihre Spiele gewinnen - Deutschland könnte so also auch noch Gruppenerster werden. Was passiert, wenn Mexiko und Südkorea sich am Samstag unentschieden trennen? In diesem Fall braucht Deutschland mindestens einen Punkt, eine Niederlage gegen Schweden wäre das sichere Aus.

Gewährleistet ist das Weiterkommen für den Weltmeister selbst dann nicht, wenn er beide Spiele gewinnt. Falls auch Schweden und Mexiko auf sechs Punkte kommen würden, entscheidet das Torverhältnis. Sollte Deutschland dann die knappsten Ergebnisse im Vergleich zu Schweden und Mexiko eingefahren haben, wäre nach der Gruppenphase Schluss. Haben alle drei Mannschaften dieselbe Punktzahl und dasselbe Torverhältnis, sind weitere Kriterien für das Weiterkommen entscheidend – und zwar in folgender Reihenfolge:

1.) Anzahl der in allen Gruppenspielen erzielten Tore

4.) Anzahl der Punkte aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen

5.) Tordifferenz aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen

6.) Anzahl der in den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen erzielten Tore

7.) Fair-Play-Wertung, ermittelt anhand der Anzahl Gelber und Roter Karten in allen Gruppenspielen

8.) Losentscheid

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