Servus mit tollem Volley-Tor : 75.000 Bayern-Fans feiern Schweinsteiger beim Abschiedsspiel

Bastian Schweinsteiger wird bei seinem Abschiedsspiel in München von den Fans gefeiert.  
1 von 6
Bastian Schweinsteiger wird bei seinem Abschiedsspiel in München von den Fans gefeiert.  

75 000 Bayern-Fans feiern in München ihren «Fußball-Gott». Beim 4:0 des Rekordmeisters gegen Chicago Fire spielt Bastian Schweinsteiger in der zweiten Hälfte noch einmal an der Seite von Robben, Ribéry und Müller. Das macht ihm sichtlich Spaß - und den Zuschauern auch.

shz.de von
28. August 2018, 22:55 Uhr

Am Ende flossen die Tränen. Über das Stadionmikrofon bedankte sich Bastian Schweinsteiger nach einem emotionalen Abschiedsspiel bei seinen Fans: «Vielen, vielen Dank. Ich bin einer von euch - und ich werde immer einer von euch bleiben.»

«Meine Vergangenheit gehört nur dem FC Bayern und sonst keinem», sagte Schweinsteiger am Dienstagabend mit Tränen in den Augen. «Basti, wir danken dir», hallte es zuvor durch die bis auf den letzten Platz gefüllte Arena, als die letzten Minuten der Partie laufen. Alle stehen und feiern ihren «Fußball-Gott», dem kurz vor Schluss sogar noch nach einer Flanke von David Alaba ein wunderschönes Volleytor gelingt. Damit passt alles an diesem bewegenden Abend: das Wetter, die volle Allianz Arena.

Und die Fans erleben den 34 Jahre alten Schweinsteiger sogar noch einmal 45 Minuten im Trikot des FC Bayern an der Seite alter Kumpels wie Arjen Robben oder Franck Ribéry. Das Freundschaftsspiel gewinnt der FC Bayern gegen Schweinsteigers aktuellen Verein Chicago Fire locker mit 4:0 (2:0), aber das ist im Grunde nebensächlich.

Große Gefühle löst bei Schweinsteiger schon das Einlaufen mitten durchs Publikum aus. Auf dem Platz wird er von den Münchner Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß empfangen, es gibt ein Präsent und viele Umarmungen. «Sehr viele Bilder, sehr viele Momente», seien ihm da durch den Kopf gegangen, sagt Schweinsteiger: «Es war sehr emotional beim Einlaufen.» Und mit Emotionen endet der Abend auch.

Im Publikum sitzt auch seine Frau, die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Ana Ivanović. Die 30-Jährige erlebt an diesem Abend, wie populär ihr Ehemann in seiner bayerischen Heimat ist. Rummenigge hatte es am Tag zuvor bei Schweinsteigers Aufnahme in die Hall of Fame des FC Bayern so ausgedrückt: «Er ist bei den Leuten einfach beliebt. Er war immer Mister Bayern.»

Und dieser Vorzeige-Bayer hat als Fußballer dann so richtig Spaß an seinem Abschiedsspiel, als er nach viel Defensivarbeit als Kapitän der Chicago-Elf nach der Pause das Trikot wechselt. Schweinsteiger hat sichtbar Freude, an der Seite der eingewechselten Robben, Ribéry, Müller oder Lewandowski kicken zu dürfen. Alle tragen Trikots mit der 31 drauf, auch Torwart Manuel Neuer. «Auf geht's Basti, schieß ein Tor», rufen die Fans. Und dieser Wunsch erfüllt sich nach einigen vergeblichen Versuchen schließlich auch noch.

Nachrangig waren die anderen Torschützen des Abends: Serge Gnabry (7. Minute), Sandro Wagner (38.) und Arjen Robben (63.) trafen vor Schweinsteiger gegen den Club aus der Major League Soccer.

«Ich verbinde sehr viel von meinem Leben mit dem FC Bayern», hatte Schweinsteiger gesagt. Seine größten Erfolg feierte er als Profi des deutschen Rekordmeisters, den Champions-League-Titel 2013 und auch den WM-Triumph 2014 in Brasilien. Und er ahnte schon vorher, dass die Rückkehr in die Allianz Arena große Gefühle bei ihm wecken würde. «Da könnte schon die eine oder andere Träne kommen», sagte er.

Viele Fans waren in Bayern-Trikots mit der 31 ins Stadion gekommen, Schweinsteigers ehemaliger Nummer. Nach dem Aufwärmen sah man Schweinsteiger am Spielfeldrand in einer herzlichen Umarmung mit Jupp Heynckes, jenem Trainer, mit dem er 2013 das Triple gewann. Überhaupt war viel Prominenz von Joachim Löw bis Philipp Lahm in die Münchner Arena gekommen, um dem Fußball-Abend unter dem Motto «Basti is back» beizuwohnen. Ärgerlich für Bayern-Coach Niko Kovac war allerdings, dass Nationalspieler Leon Goretzka nach einem Zweikampf angeschlagen vom Spielfeld muss.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert