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Hire and Fire bei den Löwen : 1860 München: Hasan Ismaik feuert gegen Uli Hoeness und entlässt Thomas Eichin

vom
Aus der Onlineredaktion

Es gibt einen Verein, der mehr Trainer verschleißt als der HSV. Nun wurde mal wieder der Sportdirektor entlassen.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2016 | 17:43 Uhr

München | Geduld ist nicht jedermanns Sache. Das gilt insbesondere für den umstrittenen Investor des TSV 1860 München, Hasan Ismaik. Seit Jahren investiert er große Summen in die „Löwen“ - und der Verein tritt trotzdem auf der Stelle. Der jordanische Geldgeber scheint in der Adventszeit mal wieder eher in Feuer- als in Feierlaune. Noch am Wochenende hatte er auf die Stichelei von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, wonach der Lokalrivale „schwindsüchtig“ sei, dünnhäutig zurückgeboxt. Hoeneß, dessen Verein ja nur Tabellenzweiter sei, habe „den Bogen überspannt“, konterte Ismaik auf die Provokation. Und „der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder auf dem Spielfeld gegenüber stehen werden.“

Ismail war im Mai 2011 mit einem Anteilskauf von 60 Prozent beim TSV eingestiegen und hatte den Club mit diesem Geld (18 Millionen Euro) vor der Insolvenz bewahrt. Seitdem gab es zwölf verschiedene Chef-Trainer und acht Sportchefs.

Da die Realität anders aussieht – 1860 dümpelt in 12. Saison am Stück zwischen Niemandsland und Abstiegskampf der 2. Bundesliga herum – musste eine Veränderung her. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde Sportchef Thomas Eichin entlassen. Der 50-jährige Ex-Bremer und Ex-Eishockey-Manager war erst Ende Juni zu den „Löwen“ gestoßen. Nach 165 Tagen bei dem Fußball-Zweitligisten ist nun trotz eines Vertrags bis Sommer 2019 komplett Schluss. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht, aber die Anzeichen hatten sich bereits verdichtet. Angeblich war Eichin nicht einmal mehr in die aktuelle Trainersuche, geschweige denn in die vor rund zwei Wochen veranlasste Kündigung von Trainer Kosta Runjaic eingebunden.

Was es offiziell gibt, ist eine weitere Anschuldigung von Ismaik gegen den Lokalrivalen. Der Mäzen behauptet laut „Spiegel Online“ auf seiner Facebook-Seite, der Verkauf der Löwen-Anteile an der Allianz Arena 2006 für elf Millionen Euro an den FC Bayern sei nicht mit rechten Dingen zugegangen. Er will jetzt juristisch gegen den neuen und alten Lieblingsfeind vorgehen und die alte Sache hervorkramen. Den Fans dürfte das gefallen. Der finanziell waghalsige Bau der Allianz-Arena mit den verhassten Bayern zusammen hatte dem etablierten Erstligisten seinerzeit sportlich und finanziell das Genick gebrochen.

Mit der Trennung von Eichin, der der achte Sportchef in den vergangenen zehn Jahren bei den „Löwen“ war, setzen sich die Chaostage fort. Alleine in der jüngeren Vergangenheit hatte der Tabellen-14. für ordentlich Schlagzeilen gesorgt. Erst trennten sich die „Löwen“ von Chefcoach Kosta Runjaic, dann rief Ismaik zu einem Medien-Boykott wegen einer angeblichen „Lügenkampagne“ auf und zuletzt verkündete Verwaltungsratschef Karl-Christian Bay seinen Rücktritt. Immerhin will Ismaik nun bei der Neubesetzung des Trainerpostens nun einen Erfolg in Griffnähe haben. Wer der neue Trainer wird, verriet er nicht. Man habe aber „eine sehr gute Wahl getroffen“. Eine Konstante bleibt Ex-Spieler und Interimstrainer Daniel Bierofka, der Co-Trainer bleiben soll.

(mit dpa)

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