UKSH : Uniklinikum braucht 700 Millionen Euro

Soll das Uniklinik privatisiert werden oder nur das Gebäude? Der Investitionsstau beträgt 700 Millionen Euro. Foto: UKSH
Soll das Uniklinik privatisiert werden oder nur das Gebäude? Der Investitionsstau beträgt 700 Millionen Euro. Foto: UKSH

Soll das Uniklinik privatisiert werden oder nur das Gebäude? Der Investitionsstau beträgt 700 Millionen Euro. Jetzt gab es grünes Licht, beide Varianten zu prüfen.

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16. Februar 2011, 08:19 Uhr

Kiel | Das Land sucht nach einem Geldgeber für das Universitätsklinkum Schleswig-Holstein (UKSH). 700 Millionen Euro sind nötig, um das Klinikum fit zu machen für die Zukunft, Gebäude zu sanieren und die Krankenversorgung zu verbessern. Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) erhielt am Dienstag vom Kabinett grünes Licht für ein so genanntes Markterkundungsverfahren.
Bis April sollen Interessenten wie Banken, Klinikbetreiber, Baukonzerne und Medizintechnikunternehmen ihre Angebote einreichen. Möglich sind zwei Varianten. Entweder ein Investor kauft das UKSH und betreibt es auch. Denkbar ist aber auch, dass das Klinikum in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft bleibt, seine Liegenschaften an einen Investor veräußert und diese zum Preis von 30 bis 40 Millionen Euro jährlich mietet.
SPD gegen Privatisierung
Ein neuer Eigentümer allerdings könnte frühestens 2015 zum Zuge kommen. Bis dahin sind dem Land die Hände gebunden. Per Tarifvertrag mit dem Beschäftigten des Klinikums ist dies festgeschrieben - die hatten angesichts der finanziell schwierigen Lage des UKSH auf Gehalt verzichtet.
Das Land kann die Sanierungskosten von 700 Millionen Euro angesichts der Schuldenbremse und massiver Finanzprobleme nicht stemmen. Die SPD bekräftigte unterdessen ihr Nein zur Privatisierung. Damit könne der besondere Charakter des Universitätsklinikums nicht angemessen erhalten und weiterentwickelt werden, erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Jürgen Weber. Dazu gehörten die ausschließliche medizinische Maximalversorgung für Schleswig-Holstein an den Standorten in Kiel und Lübeck und die enge Verzahnung von Forschung und Lehre. Die finanzpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Katharina Loedige, zeigte sich erfreut, dass die Diskussion um die Zukunft des UKSH wieder beginnt. Alle in dem Verfahren vorgebrachten Vorschläge würden sorgfältig geprüft.
(höv, shz)

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