Atomkraft : Technische Panne: Brokdorf vom Netz

Der Atom-Meiler Brokdorf ist wegen einer Panne automatisch abgeschaltet worden. Der Defekt trat an zwei Turbinen auf. Derzeit prüfen Experten den Grund der Schwierigkeiten.

shz.de von
07. August 2011, 04:29 Uhr

Das Kernkraftwerk Brokdorf ist am Sonntag unplanmäßig vom Netz gegangen. Die Transformatoren, über die der Strom aus dem Kraftwerk ins Netz eingespeist wird, schalteten sich am Vormittag aus noch ungeklärter Ursache ab, wie das Justizministerium in Kiel mitteilte. Wenig später schaltete der Betreiber Eon den Reaktor ab. Eine Unternehmenssprecherin betonte, das Ereignis habe sich im konventionellen, nicht im atomaren Teil des Kraftwerks ereignet und sei nicht meldepflichtig. Trotzdem habe man die Behörden informiert.
Die automatische Abschaltung der Maschinentransformatoren erfolgte durch Schutzschalter. Über diese beiden Transformatoren wird die elektrische Leistung des Kernkraftwerks Brokdorf in die 380 kV-Überlandnetze eingespeist. Die Abschaltung der Maschinentransformatoren löste eine Turbinenschnellabschaltung aus, eine Reaktorschnellabschaltung erfolgte nicht. Es folgte eine Umschaltung der Eigenbedarfsversorgung des Kernkraftwerks auf das Reservenetz. Die Anlage wurde danach heruntergefahren.
Öl- und Gasproben entnommen
Die Kernkraftwerksbetreiberin hat unverzüglich die Atomaufsicht informiert. Diese hat sofort unabhängige Sachverständige hinzugezogen. Zur weiteren Ursachenklärung hat die Kernkraftwerksbetreiberin Experten aus Gelsenkirchen angefordert. Diese sollten am Sonntagabend in Brokdorf Ölproben sowie Gasproben aus den Transformatoren entnehmen und diese auswerten. Es erfolgt auch ein Vergleich der Analyseergebnisse mit den Analysen, die im Rahmen der Revision erfolgt sind. Die Messergebnisse aus der Revision 2011 waren unauffällig.
Eine erste Bewertung zu den Ursachen der Abschaltung und den eventuellen Konsequenzen wird frühestens nach Vorliegen der ersten Analyseergebnisse möglich sein.
(shz)

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