17 Millionen Kundendaten : T-Mobile: Kunden können Nummer kostenlos wechseln

Datenklau bei T-Mobile: Schon 2006 verschwanden 17 Millionen Kundendaten. Sie sind jetzt wieder aufgetaucht - außerhalb des Unternehmens. Foto: ddp
Datenklau bei T-Mobile: Schon 2006 verschwanden 17 Millionen Kundendaten. Sie sind jetzt wieder aufgetaucht - außerhalb des Unternehmens. Foto: ddp

T-Mobile geht in die Service-Offensive: Alle Kunden können ihre Rufnummer kostenlos wechseln. Damit reagiert deutschlands größter Mobilfunkanbieter auf den jüngsten Datenskandal, bei dem 17 Millionen Kundendaten gestohlen wurden.

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05. Oktober 2008, 06:39 Uhr

Ein neuer gewaltiger Datenschutz-Skandal erschüttert die Telekom. Der Mobilfunksparte T-Mobile wurden mehr als 17 Millionen Kundenstammdaten entwendet, teilte der Konzern in Bonn mit. Der Diebstahl, der auch die geschützten Daten vieler Prominenter betraf, habe sich bereits im Jahr 2006 ereignet, damals sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. "Die Daten umfassen neben Name und Anschrift die Mobilfunknummer, teils das Geburtsdatum und in einigen Fllen auch die E-Mail-Adresse", so die Telekom in einer Presseerklärung. Daten über Bankkonten, Kreditkartennummern oder Telefonate seien nicht enthalten, heißt es weiter.
"Recherchen im Internet und in Datenbörsen ergaben über Monate keine Anhaltspunkte, dass die Daten im Schwarzmarkt weitergegeben oder angeboten wurden. Deshalb ging der Konzern davon aus, dass keine Weitergabe der Daten erfolgte", berichtete ein Telekom-Sprecher.
Offensichtlich habe sich aber das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" durch Dritte Zugang zu den Daten verschaffen können, hieß es bei der Telekom weiter. "Dass dieser Fall aus 2006 uns erneut beschäftigt, trifft uns sehr", sagte Philipp Humm, Geschäftsführer T-Mobile Deutschland laut einer Unternehmensmitteilung. "Wir gingen bisher davon aus, dass diese Daten im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in vollem Umfang sichergestellt wurden."
Daten ranghoher Politiker und Wirtschaftsführer
Auf dem Datenträger finden sich laut "Spiegel" nicht nur viele Prominente aus Kultur und Gesellschaft wie Hape Kerkeling oder Günther Jauch, sondern auch eine große Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern, Milliardären und Glaubensvertretern, für die eine Verbreitung ihrer Kontaktdaten in kriminellen Kreisen eine Bedrohung ihrer Sicherheit darstellen würde. Die Telekom gibt an, keine Hinweise darauf zu haben, "dass die Datensätze 2006 oder in den Folgejahren tatsächlich für Belästigungen oder anderweitig unerlaubt durch Dritte genutzt wurden".
Der Konzern hat nach eigenen Angaben seine Sicherheitsmechanismen 2006 "deutlich erhöht". So wurde für Kundenfragen eine kostenlose Hotline eingerichtet: 0800-330034505. "Kunden können auf Wunsch auch kostenlos ihre Mobilfunknummer ändern lassen", teilt T-Mobile mit.

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