Wetter : Sturmtief "Sören" hat den Norden im Griff

Fußgänger mit Schirm in der Flensburger Innenstadt: Sie haben alle Mühe bei Sturmböen und Starkregen. Foto: Sörensen
1 von 5
Fußgänger mit Schirm in der Flensburger Innenstadt: Sie haben alle Mühe bei Sturmböen und Starkregen. Foto: Sörensen

Unterspülte Straßen, vollgelaufene Wohnungen, Starkregen, Sturm: Der Tag der Deutschen Einheit ist 2009 ungemütlich - zumindest im Norden. Sturmtief "Sören" schickt seine Vorboten.

Avatar_shz von
03. Oktober 2009, 06:25 Uhr

Die Vorboten des ersten großen Herbststurms "Sören" hatten am Tag der Deutschen Einheit den Norden von Schleswig-Holstein voll im Griff. Dauerregen mit Niederschlagsmengen von über 15 Litern pro Quadratmeter sorgten am Sonnabendmittag für einen Großeinsatz von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren in Flensburg.

In der Flensburger Neustadt waren Baugruben an der Werftstraße übergelaufen, Pumpen und Abwassersysteme konnten die enormen Wassermengen nicht mehr fassen. Mehrere Höfe anliegender Mehrfamilienhäuser liefen deshalb voller Wasser, diverse Keller und Wohnungen wurden überflutet.
"Die Feuerwehr wollte mir das gar nicht glauben"
Besonders schlimm traf es die Studentin Anne Neubert, Bewohnerin einer Erdgeschosswohnung in der Flensburger Neustadt. Die Wohnung lief voll Wasser, der Schaden ist erheblich. "So habe ich mir die Feier zum Einheitstag allerdings nicht vorgestellt", sagt die aus Chemnitz stammende 22-Jährige. "Am Vormittag hörte ich plötzlich Wasser rauschen, kurz danach war meine ganze Zweizimmerwohnung binnen zehn Minuten komplett überflutet. Ich habe erst den Vermieter angerufen, dann die Feuerwehr, die mir das gar nicht glauben wollte. Ich werde wohl einige Tage in ein Hotel umzeihen müssen."
Die eingesetzte Berufsfeuerwehr wurde von zwei Freiwilligen Wehren mit mehreren Pumpsystemen unterstützt, die binnen Stunden rund 500.000 Liter Brack- und Regenwasser aus den betroffenen Wohnungen, Kellern und Höfen lenzten.
Während des mehrstündigen Feuerwehreinsatzes mussten einige Straßenzüge in der Flensburger Nordstadt für den Verkehr gesperrt werden.
HanseCup-Ruderer konnten nicht trainieren

Nach Angaben eines Sprechers der Harrisleer Rettungsleitstelle waren die Feuerwehren nur im nördlichen Teil der Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland im Einsatz. "Den größten Einsatz hatten die Wehren in Flensburg abzuarbeiten. Bis 14.30 Uhr war lediglich ein Baum in Tolk im Kreis Schleswig-Flensburg auf die Fahrbahn gekippt, das Hinderniss wurde durch die zuständige Wehr schnell beseitigt."
Die Ruderer auf dem Nordostsee-Kanal konnten aufgrund des Sturmes jedoch auch nicht für den EON-Hanse-Cup trainieren. Sogar das Bühnenprogramm musste abgesagt werden. Für den Sonntag hofft man dennoch, den internationalen Wettkampf, bei dem Zehntausende erwartet werden, starten zu können.
Für den Kieler Meterologen Meeno Schrader kam in diesem Jahr der ersten Herbststurm "beeindruckend früh, denn meistens beginnt die Sturmsaison erst gegen Ende Oktober". Schrader sieht "Sören" am Sonntag langsam gen Dänemark abziehen, aber den Nordteil des Landes wird er noch mit bis zu elf Windstärken im Griff behalten. Einziger Trost: Die Sonne kommt immer mal wieder heraus. "Das Wetter wird immer extremer", sagt Meeno Schrader, "aber ob die Stürme in diesem Jahr heftiger als sonst werden, kann kein Mensch vorhersagen".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen