SG macht in zehn Minuten alles klar

Der sechsfache Torschütze Oscar Carlén lässt sich von zwei Stralsundern nicht stoppen. Foto: Staudt
Der sechsfache Torschütze Oscar Carlén lässt sich von zwei Stralsundern nicht stoppen. Foto: Staudt

Die SG Flensburg-Handewitt ist Spitzenreiter der Handball-Bundesliga. Mit einem 40:28 (18:15) über Aufsteiger Stralsunder HV zogen die Flensburger an Titelverteidiger THW Kiel vorbei.

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21. September 2008, 04:44 Uhr

Flensburg | Eine indiskutable erste Hälfte, eine gute zweite und unter dem Strich der erwartet klare Erfolg gegen den Tabellenvorletzten: Mit dem 40:28 (18:15) über Neuling Stralsunder HV baute die SG Flensburg-Handewitt ihre Erfolgsserie in der Handball-Bundesliga auf fünf Siege in fünf Spielen aus. Mit Ruhm bekleckerte sich der Vizemeister vor 6102 Zuschauern gegen den krassen Außenseiter aus Mecklenburg-Vorpommern allerdings nicht. Wären die Gastgeber mit mehr Konzentration vorgegangen, hätten sie einen wesentlich klareren Sieg einfahren können.

Vor allem in der ersten Hälfte tat sich die SG schwer, obwohl Trainer Kent-Harry Andersson sein Team eine Woche lang auf den Gegner eingestellt und seinen Spielern mehrere Videos von Stralsund gezeigt hatte. "Die erste Halbzeit war sehr enttäuschend", konstatierte der 59-jährige Schwede. "Wir waren mit dem Kopf nicht bei der Sache und haben den Gegner offensichtlich unterschätzt." Das traf insbesondere auf die Flensburger Abwehr zu, der vor dem Wechsel Biss, Einstellung und Zusammenhalt fehlte. Mit einfachsten Mitteln kamen die Gäste immer wieder zu Torerfolgen. Besonders Milan Berka nutzte die ungewohnten Freiheiten und hatte mit sechs Treffern erheblichen Anteil daran, dass der SHV zur Pause "nur" mit drei Treffern zurücklag.

Nach einer Standpauke in der Kabine steigerten sich die Flensburger jedoch und machten innerhalb von zehn Minuten den Sack zu. Von 19:16 (33.) zogen die Gastgeber, bei denen im zweiten Durchgang endlich das gefürchtete Tempospiel zu sehen war, unwiderstehlich auf 29:19 (43.) davon. Der Rest war Formsache. Und der Trainer war wieder milde gestimmt. "Immerhin hat die Mannschaft es nach der Pause geschafft, den Hebel umzulegen", meinte Andersson.

Einer der Garanten für die schnelle Entscheidung nach der Pause war Jendrik Meyer. Der neue SG-Keeper wehrte mehrere einhundertprozentige Möglichkeiten der Stralsunder ab und leitete anschließend Gegenstöße ein, die vor allem Linksaußen Lars Christiansen nutzte. Der Däne, der seit 1996 das SG-Trikot trägt, feierte dabei ein besonderes Jubiläum. In der 39. Minute erzielte er sein 3500. Tor für die SG Flensburg-Handewitt.

SG Flensburg-Handewitt: Beutler, Meyer (ab 31. Minute) - Carlen (6), Mogensen (4), Hansen (4), Jensen (5), Christiansen (11/2), Johannsen (1), Schneider (3), Heinl (1), Boesen, Muratovic (3), Knudsen (2).

Stralsunder HV: Levshin, Tsilimparis (19.-43. Minute) - Bruna (6), Schwarz (2), Samaras (1), Chantziaras (3/1), Brandt (2), Präkels, Libergs (2), Hruby (5), Berka (7), Gudz.

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Barleben/Magdeburg). - Zeitstrafen: 3:5. - Siebenmeter: 3:1. - Zuschauer: 6102.

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