Fehmarnbelt-Querung : Planer suchen den Dialog

Ob Brücke oder Tunnel: Die Entscheidung steht noch aus. Foto: FDJV
Ob Brücke oder Tunnel: Die Entscheidung steht noch aus. Foto: FDJV

Versenkter oder gebohrter Tunnel, Brücke mit geraden oder schrägen Seilen - noch steht nichts fest im Thema Beltquerung. Die Planer stellen alle Möglichkeiten vor.

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16. Januar 2011, 05:16 Uhr

fehmarn | Im Streit um den Bau einer festen Querung des Fehmarnbelt erwartet die Planungsgesellschaft Femern A/S in den kommenden vier bis sechs Wochen eine Vorentscheidung des dänischen Verkehrsministers Hans Christian Schmidt, welche der vier möglichen Bauvarianten weiterverfolgt werden soll. Das kündigte Stephan Siegert, Femern A/S-Verfahrensmanager Freitagabend in Burg auf Fehmarn an. Rund 400 Menschen waren zu der vierstündigen, ohne Proteste ablaufenden Dialogveranstaltung gekommen.
Bis März/April soll danach noch vertiefend ein Bohrtunnel entlang der Vogelfluglinie untersucht werden. "Das ist auch ein Entgegenkommen gegenüber der Stimmungslage auf Fehmarn." Dort wird der Bohrtunnel bevorzugt, weil sein Bau die Umwelt am wenigsten beeinträchtigen würde. "Erst wenn das ausführlich geprüft worden ist, haben wir die Grundlage für den Einstieg in die endgültige Bewertung der vier Baualternativen", so Siegert. Diese bestehen außerdem in einem Absenktunnel, einer Schrägkabel- oder einer Hängebrücke.
Keine Präferenz für Hängebrücke
Anders als in Medienberichten gemeldet, kristallisierte sich keinerlei Präferenz zu Gunsten einer Hängebrücke heraus. Im Gegenteil deutete Dietrich Hommel vom Planungskonsortium COWI-Obermeyer an: Eine Hängebrücke unterliege wegen der in ihr wirkenden Kräfte besonders großen Verformungen - um plus/minus sieben Meter, während diese bei einer Kabelbrücke bei unter zwei Metern lägen. Auch bräuchte man eine längere Bauzeit, weil bei einer Hängebrücke alles nacheinander konstruiert werden müsse - anders bei einer Schrägkabelbrücke, bei der man an verschiedenen Bauabschnitten gleichzeitig arbeiten könne. Daneben koste die Hängebrücke mehr. Ihr Vorteil - so Femern A/S-Pressesprecher Karsten Holmegaard - bestehe aber in einer größeren Durchfahrtbreite für den Schiffsverkehr, da eine größere Länge zwischen Brückenpfeilern überspannt werden könne.



(fju, shz)

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