Versatel : Massenentlassung: Faber zeigt sich optimistisch

Versatel-Gebäude an der Nordstraße in Flensburg: Sollen die Mitarbeiter hier gleich weiter arbeiten - für den neuen Dienstleister? Foto: Dewanger
Versatel-Gebäude an der Nordstraße in Flensburg: Sollen die Mitarbeiter hier gleich weiter arbeiten - für den neuen Dienstleister? Foto: Dewanger

Flensburgs Oberbürgermeister Faber ist nach einem Gespräch mit Versatel zuversichtlich. Heute will das Management im UCI-Kino über Details des Sozialplans informieren.

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03. Februar 2011, 12:54 Uhr

Flensburg | Oberbürgermeister Simon Faber ist optimistisch, dass die Massenentlassung bei Versatel in Flensburg für die Betroffenen keine langfristigen Folgen haben werden. Nach einem einstündigen Gespräch mit der Unternehmensführung zeigte sich Faber gestern sehr zuversichtlich, dass sich für die 186 entlassenen Mitarbeiter schnell eine neue Tätigkeit finden lassen werde. "Durch die gute Entwicklung am Flensburger Arbeitsmarkt in den letzten Jahren können wir durchaus optimistisch sein", ließ Faber in einer mit Versatel-Regionaldirektor Matthias Damerow abgestimmten Pressemitteilung verbreiten.

Hoffnungsschimmer "Taskforce"
Seine Zuversicht bezieht Faber aus der Absicht der Arbeitsagentur, eine "Taskforce" einzurichten und der von Damerow angedeuteten, aber noch zu prüfenden Bildung einer Transfergesellschaft. Flensburg bleibe trotz des Stellenabbaus für die Versatel ein wichtiger Faktor. Hierdurch sehe er den Standort in Zukunft gesichert und sogar mit Wachstumspotenzial versehen.
Das Wachstum wird sich nach Informationen des sh:z zunächst in die Walzenmühle verlagern - zu Perry & Knorr, dem Callcenter-Betreiber mit Niederlassungen in Flensburg, Kiel und Berlin. Bereits im Dezember hatte der Dienstleistungs-Discounter im Hause Versatel eine Informationsveranstaltung bestritten. In einer Betriebsvereinbarung sollen die Formalitäten geregelt sein: Wer bei Perry & Knorr einsteigt, erhält eine (zu 100 Prozent steuerpflichtige) Abfindung in Höhe von 10.000 Euro und arbeitet dort im gewohnten Geschäft weiter - allerdings für monatlich knapp tausend Euro weniger als zuvor. Wer nicht zu Perry & Knorr wechselt, geht leer aus. Von Versatel war lediglich zu erfahren, dass im Zuge der Auslagerung auch in Flensburg Gespräche geführt würden. Über Details sei Stillschweigen vereinbart worden.
Details des Sozialplans
Vehement bestritten wurde in diesem Zusammenhang eine von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lancierte Information, Perry & Knorr verhandelten bereits mit der Versatel über die Anmietung der dann an der Nordstraße frei werdenden Büroflächen, um die neuen Mitarbeiter praktischerweise gleich an der alten Wirkungsstätte arbeiten zu lassen. Unternehmensangehörige gehen davon aus, dass die Hälfte der 186 Kündigungen schon bis Mitte des Jahres umgesetzt sein werden.
Die Unternehmensleitung und der Betriebsrat wollen die Beschäftigten heute in der UCI Kinowelt über Details des Sozialplans informieren. Noch weiß niemand der 427 Beschäftigten, wen es trifft. Das Unternehmen bereitet gerade die soziale Auswahl vor, die danach noch durch den Betriebsrat geprüft werden muss.
Klar ist, dass künftige Betriebsversammlungen in kleinerem Rahmen stattfinden werden. Heute für 11 Uhr muss es in der Kinowelt der große Saal sein.

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