Landunter in Büsum : "Man merkt deutlich, dass das Wasser fällt"

Dieser Keller ist fast wieder trocken. Mit einem Dauereinsatz von Pumpen haben Feuerwehr und THW am Wochenende gegen Regen-Überschwemmungen in Teilen Büsums gekämpft. Foto: dpa
Dieser Keller ist fast wieder trocken. Mit einem Dauereinsatz von Pumpen haben Feuerwehr und THW am Wochenende gegen Regen-Überschwemmungen in Teilen Büsums gekämpft. Foto: dpa

In der Nacht liefen die Pumpen des Technischen Hilfswerks ohne Unterlass. 65.000 Liter Wasser zogen sie aus den Kellern in Büsum (Kreis Dithmarschen). Sie waren nach zwei Tagen Dauerregen vollgelaufen. Langsam kehrt Normalität ins Nordsee-Heilbad zurück.

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05. Oktober 2008, 06:48 Uhr

Anhaltender Starkregen hat am langen Wochenende Teile des Nordsee-Heilbads Büsum (Kreis Dithmarschen) unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr war seit Donnerstagabend im Dauereinsatz, wie der stellvertretende Wehrführer der Feuerwehr Büsum, Gerald Warner, am Sonntag sagte.
Am Samstag spitzte sich die Lage zu, so dass Einheiten des Technischen Hilfswerks aus mehreren Regionen mit großen Pumpen die Feuerwehr unterstützen musste. In Spitzenzeiten seien 100 Kräfte gleichzeitig im Einsatz gewesen, sagte Warner. Zum Teil hätten sie mehr als 20 Stunden am Stück gearbeitet. Am Sonntag entspannte sich die Lage. "Man merkt deutlich, dass das Wasser fällt", sagte Warner. Am Nachmittag konnte das THW mit Hilfe der Feuerwehr die Großpumpen wieder abbauen.
Ein kleiner See mit 20 Zentimetern Tiefe auf der Straße
Nachdem es am Donnerstag und Freitag fast ununterbrochen in Büsum geregnet hatte, stand der Ort vor allem im Westen unter Wasser. Tiefer gelegene Straßenzüge und Grundstücke, darunter auch Campingplätze, waren überschwemmt. Mehrere Straßen mussten vorübergehend gesperrt werden. In einer Straße habe sich ein kleiner See mit einer Tiefe von 20 Zentimetern gebildet. Solche Wassermassen habe es seit Jahrzehnten nicht mehr in Büsum gegeben, sagte Warner.

Allein am Samstag rückte die Feuerwehr zu rund 50 Einsätzen aus, um Wasser aus vollgelaufenen Kellern zu pumpen. Insgesamt zählte die Feuerwehr mehr als 70 Einsätze. In einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt stand das Wasser kniehoch im Keller. Die Kräfte verteilten Sandsäcke, um gefährdete Eingänge zu sichern. Auch Material zum Selbstabpumpen wurde vergeben.
Wind drückte Nordsee ins Hafenbecken
In der Nacht zu Sonntag liefen die Großpumpen des THW ohne Unterbrechung. Innerhalb von 24 Stunden beförderten sie 130.000 Kubikmeter Wasser aus den übervollen Entwässerungsgräben über den Deich in die Nordsee, sagte Warner. Am Sonntag musste die Feuerwehr nur noch vereinzelt Keller leer pumpen. "Es ist nicht mehr so dramatisch", sagte ein Sprecher der Feuerwehr, auch wenn immer noch reichlich Wasser im Ortsgebiet vorhanden sei. Um 14.45 Uhr wurden die Großpumpen des THW abgeschaltet. Die Lage habe sich soweit stabilisiert, dass das Wasser in den Entwässerungsgräben wieder ins Hafenbecken abfließen könne.
Zur Zuspitzung der Lage am Samstag hatte die Windrichtung beigetragen. Da der Wind von See kam und der Hochwasserstand extrem war, konnte die Schleuse im Büsumer Hafen nicht so häufig wie sonst geöffnet werden. Dadurch konnten auch die vollgelaufenen Gräben nicht mehr im Hafen entleert werden. Am Sonntagabend sollte die Schleuse wieder geöffnet werden.

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