Weihnachts-Beleuchtung : Leuchtende Adventszeit trotz Geldmangel

Während die Lübecker immer noch um ihre Weihnachts-Beleuchtung zittern müssen, erstrahlen die meisten anderen Städte Schleswig-Holsteins zur Vorweihnachtszeit in gewohntem Glanz. Ein Problem kennen aber alle: Die großen Filialisten in den Einkaufsstraßen zahlen nicht.

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22. Oktober 2008, 01:38 Uhr

Vorweihnachtlicher Lichterglanz wird auch in diesem Jahr wie gewohnt in den meisten größeren Städten Schleswig-Holsteins erstrahlen. Auch wenn das Geld zum Teil knapp ist, wollen Kommunen und Wirtschaft zwischen Flensburg und Norderstedt nicht auf die Festbeleuchtung verzichten. Bei einer Umfrage wurde jedoch deutlich, dass die Filialisten, die in den meisten Einkaufsstraßen stark vertreten sind, kaum oder gar nicht zur Beteiligung an den Kosten bereit sind. Besonders schwierig ist die Lage ausgerechnet in der selbsternannten Weihnachtsstadt des Nordens, Lübeck. Dort wird noch immer um die Finanzierung gerungen.
In der Hansestadt hat zwar ein Sponsor zugesagt, die fehlenden 20 000 Euro zu übernehmen. "Doch damit ist Beleuchtung noch nicht gesichert", sagte der Vorsitzende des Lübeck Managements, Bernd Jahnfeld. "Ein Teil der Beleuchtung ist bereits verkauft und wir stehen für die Organisation auch nicht mehr zur Verfügung." Am Donnerstag wollen sich Vertreter der Wirtschaft, der Schausteller, der Fraktionen und der Verwaltung zu einer Krisensitzung treffen. "Wir müssen sehen, was wir für 2008 noch auf die Beine stellen können", sagte die Sprecherin der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH, Doris Schütz. Für 2009 steht ein Konzept zur Debatte, das die Finanzierung über die Standgebühren der Weihnachtsmärkte sichert.
In Kiel bezahlt der Handel die Beleuchtung
In Kiel scheint angesichts gern gepflegter Rivalität zu Lübeck das Motto „Jetzt erst recht“ zu herrschen. Auch in der Landeshauptstadt kam in den letzten Jahren die Sorge auf, dass es dunkel bleiben muss. Deshalb schrieb Kiel Marketing die Händler an und fügte gleich Rechnungen bei. Die Resonanz war besser als erwartet. "Wir haben mit mehr Entrüstung gerechnet", sagte Projektmanagerin Janine-Christine Schmidt. Ihr Fazit: "Wir können das so machen, wie es immer funktioniert hat." In Kiel bezahlt nur der Handel die Beleuchtung.
Eutin macht seit Jahren mit aufwendigen Lichtinstallationen von sich reden. Die Wirtschaftsvereinigung mit ihren rund 100 Mitgliedern und Sponsoren bezahlen diese Attraktion der ostholsteinischen Kreisstadt. "Wir erheben einen Gesamtbeitrag, aus dem die Beleuchtung, unsere Rodelbahn auf dem Markt und die Aktionen zu den verkaufsoffenen Sonntagen bezahlt werden", sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Klaus Hoth. Vor allem bei den Filialisten brauche man mitunter viel Überredungskraft, um sie zum Mitmachen zu bewegen.
Flensburg erhält eine neue Weihnachtsbeleuchtung
In Flensburg wird im Zuge der Neugestaltung der Fußgängerzone eine neue Weihnachtsbeleuchtung angebracht. „Wir konnten so die Kosten von 35 000 Euro jährlich auf 6000 Euro senken“, sagte der Projektleiter der Flensburg Fjord Tourismus GmbH, Finn Jensen. Vom 24. November an wird es statt einer die Fußgängerzone überspannenden Beleuchtung in der Innenstadt Lichtstreifen mit Sternen geben. Straßenlaternen werden mit einem Lichtfilter überzogen, der für wärmeres Licht sorgt.
Rendsburg lässt wie gehabt Weihnachtsbäume strahlend erleuchten, Privatleute und Gewerbetreibende gestalten die Einkaufsstraßen. „Rendsburg wird wunderbar beleuchtet“, kündigte Bürgermeister Andreas Breitner an. Gleiches verspricht Neumünster: „Da gibt es keinerlei Einschränkungen“, sagte Pressesprecher Stephan Beitz.
In Norderstedt kümmern sich Interessengemeinschaften um die Beleuchtung im Stadtteil Mitte und am Ochsenzoll. In Mitte bringen 20 Geschäftsleute ungefähr 5000 Euro auf, in der Einkaufsstraße an der Grenze zu Hamburg 40 Unternehmer zusammen 10 000 Euro. „Die großen Ketten beteiligen sich grundsätzlich nicht an der Beleuchtung, darauf haben wir uns schon eingestellt“, sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Ochsenzoll, Tobias Mährlein.
Festlich beleuchtet: Plön, Husum und Eckernförde
Auch in Plön wird es wieder festlich leuchten. Ob das so bleiben wird, steht wegen Geldmangels in den Sternen. Das Stadtmarketing finanziert die Beleuchtung und zehrt dafür einen Gutteil der Beiträge auf. „Wir haben 5000 Euro im Etat“, berichtete Vereinschefin Imke Wegener. „Wir müssen uns überlegen, was wir künftig machen.“ Ebenso wie in dem von Theodor Storm noch als „Graue Stadt am Meer“ beschriebenen Husum wird in Eckernförde die Fußgängerzone festlich erstrahlen. „Die Weihnachtsbeleuchtung wird ehrenamtlich auf die bestehenden Straßenlaternen angebracht“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftskreises Eckernförde, Wilfried Wagner. Zudem gebe es LED-Ketten in Bäumen. Zusätzliche Kosten fielen kaum an.

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