Sicherheitstraining für Fahranfänger : KONTRA: Nachsitzen hilft nicht

FRank Albrecht. Foto: shz
FRank Albrecht. Foto: shz

Sollte ein Extra-Training für Führerschein-Neuling eingeführt werden? Nein, meint Frank Albrecht, außer den Fahrlehrern hätte niemand etwas davon.

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16. Juni 2011, 08:13 Uhr

Der Führerschein-Neuling sei "der bestausgebildete Lehrling der Welt" erklärt der Bundesverband der Fahrlehrer vollmundig – und begrüßt dennoch die Nachschulung von Anfängern am Steuer. Ein Widerspruch? Nein: Die Fahrschul-Lobby wittert in Zeiten des Geburtenrückgangs schlicht neue Einnahmequellen.
Ob die Feedback-Stunden aber tatsächlich dafür sorgen, dass sich weniger junge Menschen zu Tode rasen, muss bezweifelt werden. Denn offenbar verpufft bereits der normale Fahrschulunterricht bei manchen jungen Fahrern wirkungslos. Warum sollten da zwei mal zwei Stunden Nachhilfe ein stärkeres Echo erzielen? Wer sich trotz der – angeblichen – Top-Ausbildung mit Tempo 140 aus einer Kurve verabschiedet oder beim Überholen auf den Gegenverkehr pfeift, gehört eigentlich gar nicht ans Steuer.
Doch gegen pure Unvernunft und mangelnde Reife ist kein Kraut gewachsen. Wohl aber gegen mangelnde Erfahrung. Statt über noch mehr Pflichtstunden für Fahrschüler und -anfänger nachzudenken, muss viel intensiver für den Führerschein mit 17 geworben werden. Das begleitete Fahren ist ein effektives Mittel, um die Unfallzahlen zu senken. Nachsitzen für Unbelehrbare ist keines.
(al, shz)

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