Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds : KOMMENTAR: Trotz Schaden dumm geblieben

Der Steuerzahlerbund prangert Planlosigkeit, Schlendrian und Geldverschwendung an. Peter Höver findet das nicht zum Lachen.

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21. Oktober 2011, 08:16 Uhr

Dem Volksmund zufolge wird man ja angeblich aus Schaden klug. Manche Amtsstuben dagegen scheint diese Binsenweisheit noch immer nicht erreicht zu haben. Zwei Billionen Euro Staatsschulden hat Deutschland angehäuft. Und noch immer werden Jahr für Jahr Milliarden aus dem Fenster geworfen. Der Bund der Steuerzahler hat dies mit seinem jüngsten Schwarzbuch einmal mehr dokumentiert.
Auch wenn sich manches der aufgeführten Beispiele für Schlendrian und Verschwendung höchst amüsant liest - wie das Beispiel aus der Stadt Pinneberg, die über Jahre nicht geprüft hat, ob ihre Gebührenbescheide auch wirklich bezahlt worden sind; zum Lachen ist das alles nicht. Hat die im übrigen hoch verschuldete Stadt Pech, wird sie sechs Millionen Euro in den Sand gesetzt haben. Womöglich kassieren die für dieses Versagen zuständigen Beamten auch noch eine Leistungsprämie - jenen Bonus, mit dem so manche Kommune in Schleswig-Holstein höchst großzügig umzugehen pflegt...
Wohl keiner der Verantwortlichen, die der Steuerzahlerbund (wieder einmal) an den Pranger stellt, würde mit dem Geld so gedanken- und zuweilen planlos umgehen, wäre es sein eigenes. Ist es aber nicht. Es ist Geld, das wir alle, die Steuerzahler, den öffentlichen Händen überreichen (müssen), auf dass damit sorgsam umgegangen wird.
Pannen können passieren. Wer aber heutzutage immer noch meint, seine politische Energie für den Bau von Spaßbädern verwenden zu müssen, kann nicht mehr alle beisammen haben. Beispiele für Pleite-Projekte dieser Art, Projekte, bei denen die Folgekosten davonlaufen und die gewaltige Verluste einspielen, weil Besucher erst gar nicht kommen, gibt es zuhauf. Vielleicht ist es doch so, dass manch einer aus dem Schaden anderer eben nicht klug wird.

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